Fuckboy

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Vor etwas über einem Monat war ich sicher, ich hätte DEN Menschen für mich gefunden. Jemanden, mit dem ich über alles reden kann, ohne Angst zu haben vor seiner Reaktion, weil er mich versteht. Weil wir so ähnlich denken, dass es schon fast gruselig ist. Alles, was er erzählt hat, hätte ganz genau so von mir sein können. Bis ins kleinste Detail. Ich habe gedacht, wir wären in jedem Aspekt auf einer Wellenlänge. Er hat gedacht wie ich, etwas abgefuckt, aber logisch, sehr offen, vielleicht etwas zu empatisch, eigentlich introvertiert, was uns aber niemand glaubt und er hatte den selben, seltsamen Humor, den kaum irgendwer wirklich versteht, hatte eine ähnliche Kindheit und Jugend, mit abwesendem Vater, hart arbeitender, dabei sehr wenig verdienender Mutter, so aufopferungsvoll wie ein Mensch es nur sein kann, uns selbst erschreckend ähnlich, sogar das selbe Sternzeichen, teilweise toxische Großeltern, einen sehr ähnlichen Freundeskreis mit einem inneren Zirkel, der irgendwie stark inzestuös und etwas sektenartig ist, aber man hat schon so viel zusammen durchgestanden, teilt alles und kennt sich so gut, dass man selbst wenn man wollte, da nicht mehr rauskäme, ganz egal, wie viel oder wenig Kontakt eben tatsächlich besteht, vielleicht weil wir zusammen durch experimentelle psychedelische Drogen unsere Gehirne ver- oder geschmolzen haben. Also quasi gleich sozialisiert, weshalb es mir nicht komisch vorkam, wie schnell wir innerhalb kürzerer Zeit sehr intim geworden sind. Ich meine nicht körperlich.

Er sieht so gut aus, dass ich in Gedanken daran immer noch fast ohnmächtig werde. Wir haben erstmal einen Monat lang oder so sehr viel gesprochen, über absolut alles. Es wäre mir egal gewesen, wenn da nie etwas gelaufen wäre, weil ich dachte, das wäre etwas viel wertvolleres, auf einer höheren Ebene, Seelenverwandtschaft, ein Wort, das ich nie in den Mund genommen hätte. Ich hoffe, ich habe es wenigstens nicht in dem Wortlaut ausgesprochen. Ich dachte, wir hätten die selben Ansichten über Beziehungen. Wir haben viel darüber gesprochen, da wir beide im letzten Jahr unsere Langzeitpartner verlassen haben, eigentlich aus den gleichen Gründen. Wir wollten keine einengende Beziehung, in der man seine eigenen Bedürfnisse stark zurückstellen muss, um den anderen nicht zu verletzen. Selbst, wenn das auf lange Sicht sowieso irgendwann daran scheitern würde, dass der Andere Kinder haben will, weil da die Kompromissbereitschaft eben aufhören muss, weil sonst noch mehr Menschen zu Schaden kommen, selbst, wenn man sich einredet, dass es das Wert ist, dass sie einen vor sich selbst retten, oder was auch immer. Wir hatten also sehr ähnliche Ansichten. Trotzdem waren wir nicht sicher, ob wir für offene Beziehungen geignet wären oder das wollen würden. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das könnte und über eine Beziehung hätte ich so schnell nicht gesprochen, frühestens ins 6 Monaten oder so. Ich will zwar weder meine Zeit, noch die eines Anderen verschwenden, aber ich will noch viel weniger, dass ich oder mein Partner irgendwann das Gefühl kriegt, die Katze im Sack gekauft zu haben. Und ich war sicher, wir hätten alle Zeit der Welt, weil wir viel besser und offener über alles reden konnten als mit irgendjemand anderem. Ich hätte glauben können, dass es egal wäre, was zwischen ihm und anderen läuft, weil das, was uns verbindet, so besonders ist, dass wir, wenn wir schon so früh so miteinander verbunden sind, an Situationen, die eigentlich ein Problem wären, so miteinander wachsen würden, dass unsere Liebe nichts gefährden könnte. Aber er hat  sowieso gesagt, dass er nicht wüsste, was er noch von anderen wollen sollte, wenn er jemanden wie mich haben kann. Und ich kann mir auch jetzt nicht vorstellen, dass es jemanden gibt, der optisch, körperlich oder geistlich, nicht mal in einem einzigen Aspekt, an das Bild, das ich von ihm hatte, herankommen könnte. 

Ich hätte nie geglaubt, jemals jemanden wie ihn zu finden. Dass so etwas existiert wäre mir nicht im Traum eingefallen. Wir wollten alles zusammen machen. Ich wäre für ihn sehr gern nach Ausbildungsende in dieser Stadt geblieben, ich hab ein gutes Wort für ihn bei der HR eingelegt, weil er mit mir zusammen arbeiten wollte. Eigentlich würde ich sowas nicht tun und auch jedem anderen von solchen Ideen abraten. Aber wir sind eben besonders und ohne ihn hätte ich keinen Grund gesehen, überhaupt noch länger hier zu bleiben. Ich wüsste zwar auch nicht, wo ich hin sollte, weil die Nachteile irngedwie bei allen denkbaren Optionen stark überwiegen, aber naja, wahrscheinlich wäre ich mit ihm auch zum Mond geflogen. Mir war klar, dass das verrückt ist, aber dass ich verrückt bin, war mir klar und das finde ich okay und ich dachte, er wäre eben wie ich, nur etwas jünger und mutiger, noch ein wenig idealistisch. Sonst hätte ich mich in meinem Zustand der absoluten Desillusionierung auch nicht verliebt. 

In der Zeit, in der wir uns näher gekommen sind, habe ich gemerkt, dass Leute, die ich mal geglaubt habe zu lieben, eigentlich nur schlechte Menschen mit schlechten Absichten sind, die mich manipuliert haben und mir dadurch sehr viel Zeit, Unschuld und Lebensmut genommen haben. Ich habe vorher immer geglaubt, dass auch hinter schlechten Taten subjektiv gute Absichten stecken und oft die Umstände Verletzung unvermeidlich machen. Aber dass es eben keine wirklich schlechten Menschen gibt. Dann bin ich auf etwas gestoßen, was meine subjektive Realität bis dahin aufgelöst hat und das, was ich für Liebe gehalten habe, als auf Manipulation beruhende Illusion enttarnt hat. Dadurch habe ich einige Menschen verloren, quasi von einer Sekunde auf die nächste, weil ich sie dann doch irgendwann durchschaut habe. Das war gut, ich stehe noch dahinter, dass ich möglichst viel Abstand zu diesen Menschen halten sollte, aber es hat mich eben auch alle Anderen in Frage stellen lassen und meine Urteilsfähigkeit erstrecht. Ich war sehr aufgewühlt und dann war da er, ein Außenstehender, der mir schon öfter durch seine ungewöhnlich gutherzig und empatisch wirkende Reaktionen aufgefallen war, als er nur Gutes über Leute gesagt hat, die sich ihm gegenüber feindselig verhalten haben und als ich erzählt habe, wie ich meine letzte Beziehung "beendet" habe. Ich war sicher, es mit einer unheimlich guten Seele zu tun zu haben, war sehr zurückhaltend zunächst, weil ich sie nicht beschädigen wollte, aber er hat mir viel Zeit geschenkt, Tage und Nächte durch selbstlos mit mir geredet und ...mich gespiegelt?

Hätte mir auffallen können. Dass gerade in einer Phase der Selbsterkenntnis und des gesunden Misstrauens gegenüber anderen, weil ich mir in der Vergangenheit Leute gesucht habe, die mich ausbeuten, mich jemand findet, der genau das tut, ist...nicht sehr überraschend? Aber es war anders als sonst. Eigentlich fand ich Leute gut, sie haben mich abgelehnt, ich habe versucht, liebenswert zu werden, wurde mehr abgelehnt, habe es mehr versucht und so weiter. Diesmal habe ich gemerkt, wie liebenswert ich im Gegensatz zu diesen beschissenen Menschen bin und er wirkte wie eine andere Version von mir. Gut, so etwas ähnliches habe ich schon mal irgendwann gedacht, aber ich vergesse irgendwie immer wieder, dass das nicht nur von mir ausging. Und diesmal hatte ich lange das Gefühl, die Oberhand zu haben. Und trotzdem das erste mal das Gefühl, synchron verliebt zu sein, gleichzeitig, auf Augenhöhe, reale Gefühle füreinander zu entwickeln. Und das hat mich umgehauen. Gerade weil ich vorher an nichts weniger geglaubt hätte als daran, dass es Liebe gibt oder jemanden, der mich versteht.

Es hat sich jede Sekunde echt angefühlt, dabei hätte ich wissen müssen, dass es zu schön ist um wahr zu sein. Er hat die schönsten Komplimente gemacht und das reichlich oft und ich habe schon gedacht, dass er übertreibt, aber ich habe auch gedacht, dass das eben seine Art ist, viele finden ihn seltsam, weil er gerade für die etwas "trocken" wirkenden Menschen in dieser Gegend, sehr viele Emotionen zeigt, oder dass Leute aus dieser Generation eben so drauf sind und dass jüngere Leute leichter zu beeindrucken sind, ist wahrscheinlich normal, ich war auch mal jünger, als die Leute, die ich attraktiv fand und er ist nicht der erste jüngere Typ, der mich scheinbar idealisiert hat. Auf jeden Fall war ich überzeugt, dass er an das glaubt, was er sagt und dass er eben der erste ist, der sich mehr um mich bemüht, als ich mich um ihn und dass ich Lügner aufgrund reichlicher Erfahrung identifizieren kann. Und es ist nicht so, dass ich nicht skeptisch gewesen wäre. 

Also ich verstehe meine Seite da schon. Es war eben keine Situation, die mir bekannt gewesen wäre. Und es war echt entspannt, einfach mal vertrauen zu können und in einem positiven Selbstbild bestärkt zu werden. Vielleicht habe ich zu schnell zu viel über mich preisgegeben. Aber das habe ich eigentlich halbwegs bewusst als eine Art Bullshitfilter eingesetzt, weil ich weiß, dass es eben Menschen gibt, die mit mir überfordert wären, z.B. toxisch-positive mit Helfersyndrom, oder einfach Leute, die halt ihre Wunschvorstellungen auf mich projizieren und dann rumheulen, wenn sie merken, dass ich nicht so bin, wie sie sich das gewüscht haben. Sowas brauche ich nicht. Ich will einfach keine Zeit mehr mit etwas verschwenden, was auf Lügen beruht und habe wohl nicht in Betracht gezogen, dass Menschen nicht nur sich selbst belügen können. Aber ich hätte auch  nicht geglaubt, dass jemand das so überzeugend macht. Ich verstehe auch überhaupt nicht, wieso das passiert ist. Also warum jemand das tun sollte. Bei mir. Ich hatte keine sonderlich hohen Erwartungen zu anfangs, dann hat er sie aber irgendwie erhöht, um sie dann so weit zu untertreffen, dass ich derart irritiert bin...Dass ich so lange brauche, um zu verstehen, was da passiert ist. Und warum, werde ich wahrscheinlich nie erfahren. Eigentlich hab ich ja gar nichts gefordert, habe ihn nicht bedrängt, war lediglich offen und ehrlich, habe aber eigentlich den Eindruck gehabt, dass er von mir noch begeisterter ist als ich von ihm. Und er hat das gestartet.

Er hat auch letzte Woche noch gesagt, dass er mich liebt und dass er sein Leben irgendwie mit mir verbringen möchte und sowas. Letzten Woche Montag. Er war da zur Schadensbegrenzung. Ich war echt nicht gut drauf, weil eigentlich geplant war, dass er am vorigen Freitag zu mir kommt und wir Samstag mit seinen Freunden feiern gehen. Hab mich natürlich darauf gefreut. Wäre auch das erste Wochenende seit Ende November(?!) gewesen, an dem wir uns gesehen hätten.  Diesmal hat er mich bis 14:30 daran glauben lassen, dass er später zu mir kommt und sich drauf freut, hat mich dann bis Samstag geghostet, als er sich dann gedacht hat, ich könnte doch eventuell seinem besten Freund paar Sachen überbringen, weil er nicht rauskann, weil er Freitag bei Freunden umgekippt ist, die ihn haben liegen lassen, um ihn herum eine Party gefeiert haben und ihn dann irgendwann am Stamstag nach Hause gefahren haben, obwohl er die ganze Zeit eigentlich bewusslos war, aaaaber dass er dann Sonntag, wenn er sich ausgeschlafen hat, zu mir kommt. Kreativ. Und besonders bösartig, weil er sich wahrscheinlich erhofft hat, dass ich so besorgt bin, dass ich es nicht weiter hinterfrage, dass er schon seit Mitte Dezember sich immer wieder mit mir verabredet, nicht absagt, mich für so 3-9 Tage komplett ignoriert, dann plötzlich aus dem Nichts wieder auftaucht und dann irgendwas erzählt von nem kaputten Handy, krank sein, Stress mit der Arbeit, Stress mit Freunden, familiären Verpflichtungen, jedenfalls immer irgendeine Geschichte, in der es ihm schlecht geht und er sich nicht melden kann, auch wenn er das so gerne wollte, weil es ihm bei mir ja so gut geht. Und nein, das habe ich ihm auch beim ersten Mal schon nicht geglaubt. Es ist halt immer irgendetwas unschlüssig. Und es hat sich halt angefühlt als würden da plötzlich Welten liegen zwischen dem, was er sagt und dann die meiste Zeit macht.

Ich habe ihm eben den Vorteil des Zweifels (klingt irgendwie komisch im Deutschen...) gewährt, weil ich eben nicht gewusst hätte, warum zur Hölle er plötzlich lügen sollte. Er müsste wissen, dass ich sehr tolerant bin, keine Besitzansprüche stelle oder plane, das zu tun, weil wir sehr sehr viel über sowas gesprochen haben und dass es nichts gibt, wovor er Angst haben sollte, es zu äußern, weil ich eigentlich alles verstehe. Dass ich lediglich möchte, dass er absagt, wenn er nicht kommt, damit ich die Zeit anders verplanen kann, oder sich gar nicht mit mir verabredet, wenn das sowieso nichts wird. Wenn er einfach jedes Mal abgesagt hätte und ich nie mehrere Tage absolut verwirrt und im Unklaren über ALLES gewesen wäre, hätte ich nie den Wahrheitsgehalt an irgendwas, was er sagt, hinterfragt. Wahrscheinlich hätte ich nicht sonderlich viel darüber nachgedacht, wenn er einfach gesagt hätte, dass irgendwas dazwischen gekommen ist, er mir das dann später persönlich erzählt und dass es ihm leid tut. Zumindest nicht so einen Scheiß, bei dem er mir dann leid tut. Wenn er mir nicht solche Sorgen um ihn bereitet hätte, hätte ich nicht mit anderen Leuten darüber gesprochen und nicht gestalkt. Aber ich wollte halt wissen, was er für so schlimm hält, dass er nicht denkt, dass er mir das erzählen kann. Und es ist halt echt dämlich. Er war halt jedes Mal irgendwie bei seiner Exfreundin, die aber wohl auch so verunsichert ist, dass sie es immer öffentlich in ihren Instagram-Stories postet, obwohl es da nicht sonderlich viel mit ihm aus der Zeit gibt, in der sie tatsächlich zusammen waren. Oder er hat gar nicht schluss gemacht. Keine Ahnung. Eigentlich denke ich schon und eigentlich denke ich nicht, dass er wieder mit ihr zusammen sein möchte, sie klang jetzt eigentlich nicht so, dass ich mich davon bedroht gefühlt hätte. Ich treffe mich auch mittlerweile gelegentlich mit meinem Exfreund und das wäre für ihn auch kein Grund sich bedroht zu fühlen oder mir zu misstrauen. Ich habe eigentlich immer alles erzählt, was auch nur im Entferntesten für ihn von Relevanz sein könnte. Warum kann er das nicht tun? Wahrscheinlich, weil das eben nicht der Grund ist. Selbst wenn da was laufen würde zwischen denen, was wahrscheinlich schon der Fall ist, aber wäre mir egal, wenn er nichts sagen würde, was er nicht so meint. So einfach könnte das sein. 

Und so einfach versuche ich das zu betrachten. Wenn er nicht bei mir ist, dann weil er das nicht möchte und wenn er nicht absagt, dann weil er mich und meine Zeit nicht schätzt oder respektiert und wenn er nicht ehrlich ist, warum er das tut, auch wenn ich ihm ganz klar sage, dass ich weiß, dass er lügt und es eigentlich nichts gäbe, was ich mir vorstellen könnte, was ich ihm so übel nehmen könnte, solange das hier ehrlich und real ist...Dann weil daran nie etwas real war? 

Ich finde das immer noch schwer vorstellbar, ergibt für mich absolut keinen Sinn. Aber ich bin es echt leid gewesen, rätseln zu müssen, wie viel an der ganzen Sache jetzt echt ist oder war. Ich war nicht auf der Suche nach einer Achterbahnfahrt. Wir hätten das auch von Anfang an oberflächlich halten können, wäre bestimmt auch gut gewesen, ich weiß nur gern, woran ich bin und stelle mich dann darauf ein. Ich dachte, das wird irgendwas Entspanntes. Seine Abonnentenliste auf Instagram durchstalken zu müssen, weil er nicht einfach sagen kann, was los ist oder zumindest besser lügen, ist nicht sehr entspannt. Ich fand das eigentlich übertrieben. Meine Freunde hatten da allerdings extremere Ideen, habe ein paar Angebote, ihm Gewalt anzutun, bekommen, was mich auch irritiert, aber etwas tröstet und meine Schwester meint, ich sollte seine Ex kontaktieren, weil sie wahrscheinlich auch belogen wird, was ich sicherlich nicht tun werde, weil ich nicht denke, dass sie es so sehen würde, dass das nicht meine Schuld ist, wenn sie sich das mit ihm seit Jahren antut. Sie würde nicht so mit ihm posen, wenn sie nicht zumindest ahnen würde, was da los ist. Ich denke nicht, dass es klug wäre, sie wissen zu lassen, wer ich bin. 

Ich weiß nicht, wie ich weiter damit verfahren soll. Es ist halt überhaupt nichts klar, abgesehen davon, dass er mich irgendwie verarscht und ich hätte gern Antworten bekommen, um in Zukunft sowas dann auch vermeiden zu können. Aber ich denke nicht, dass die Chancen auf Aufklärung so hoch sind. Nachdem er letzten Montag nachts, nachdem er hier weg war, sehr viele Nachrichten darüber wie viel ich ihm doch bedeute, geschickt hat, war er Dienstag, als wir verabredet waren, nicht zu erreichen. Kine Nachricht auf Telegram, alle Anrufe sind im gleichen Abstand in die Mailbox gegangen. Mittwoch habe ich so vor Wut gekocht, dass ich ihm mitgeteilt habe, dass er 24 Stunden hat, um das vernünftig aufzuklären, was er ignoriert hat. Donnerstag habe ich ihm dann einen langen Text darüber, was meines Wissens zu dem Zeitpunkt nach, das Problem ist, geschickt, quasi als förmliche Kündigung, weil ich keine Ahnung habe, ob ihm bewusst ist, was er macht. Wahrscheinlich schon und wahrscheinlich war ich dabei noch zu nett. Aber ich habe gehört, dass sich das Gehirn noch bis 22 entwickelt und wenn ich dazu beitragen kann, dass ein wirklich beschissener Mensch ein bisschen weniger beschissen ist... Auch wenn es dann nicht mehr mein Problem ist. Hab ihn dann überall blockiert, leider nicht seine Telefonnummer, weil meine Androidversion wohl leider zu alt ist. Tja. Allerdings liegt mein Handy auch so im Sterben und vielleicht hole ich mir einfach ein Neues. Oder eine neue Nummer, wenn es sein muss. Denke aber nicht, dass er sich noch meldet, wenn er weiß, dass ich mich nicht von ihm nach Lust und Laune benutzen und belügen lasse. Hoffe, das versteht er einfach und ich stehe ihm nicht einfach irgendwann unvorbereitet gegenüber. Spätestens in 14 Tagen, wenn der letzte Berufsschulblock (sofern wir nicht beide in der Prüfung durchfallen) beginnt.

4,5 Wochen ab dem 5. Rein rechnerisch müsste ich etwa am 11. alles verarbeitet und abgeschlossen haben. Aber halt nur rechnerisch. Bin da emotional noch viel tiefer drin, als ich möchte und solange ich nicht weiß, was er sich wirklich gedacht hab, ist es schwierig, nicht ab und zu darüber nachzudenken, wie schön es hätte sein können oder wie es war, wenn denn irgendwas real war. Oder irgendwelche anderen Theorien, die weniger wehtun als dass ich mich von nem Kind quasi habe catfishen lassen. Heute morgen hat er mir eine SMS geschrieben, als wäre nichts gewesen, darüber dass sein Telegram mal wieder nicht funktioniert und er NUUUUUR per SMS erreichbar ist. Ja. Als wäre es nicht an anderen Stellen offensichtlich, dass sein Handy wunderbar funktioniert. So wenig Mühe. Und kurz darauf war er dann auf Telegram dann doch wieder aktiv. Außerdem hatte ich den Text auch per E-Mail geschickt, weil mir klar war, dass er das sagen würde. Natürlich möchte er ausprobieren, was so geht, wenn er so tut, als hätte er das gar nicht mitbekommen. Hab auch kurz überlegt, ob ich nicht drauf eingehen sollte und ihm zeigen sollte, was passieren kann, wenn er sich mit mir anlegt...Aber ich weiß nicht genau, was das ist und ob mir Rache irgendwas geben würde. Möchte nicht ins Gefängnis, wäre ein sehr schlechter Zeitpunkt, aber auch die klare Botschaft vermitteln, dass man so nicht mit mir umgehen sollte und dass er nicht so verrückt ist, wie er glaubt, zumindest nicht im Vergleich zu mir. Aber eigentlich sollte es mir darum gehen, wer ich sein will und nicht, wer ich gerade bin, weil da echt Optimierungsbedarf ist und eigentlich hat er nicht noch mehr Aufmerksamkeit verdient. Aber ich hab halt so Visionen. Und ich hab Angst, dass ich rückfällig werden, wenn ich nicht besonders stark dagegen auftrete. Selbst, wenn das nicht wirklich passiert und er nur merkt, dass er da irgendwas machen könnte..  Schlimm genug. Wenn er damit sein Ego füttert...Dann vielleicht doch eher etwas zu hart reagieren, als ihn dabei zu unterstützen, ein scheiß Mensch zu sein und Respekt vor mir selbst zu verlieren. Ist witzig, weil er meinen Selbstrespekt echt bestärkt hat. Und traurig. Eigentlich trifft alles gute, jedes Kompliment, was er mir gemacht hat, eben schon zu, deshalb ist es sehr schwer vorstellbar, dass er es eben nicht so gemeint hat. Aber wenn ihm irgendwas an mir gelegen hätte oder daran, wie ich mich fühle, hätte er längst etwas unternommen, um das richtig zu stellen, wenn ich nicht komplett richtig damit lag, was ich geschrieben habe oder es in der Realität noch viel schlechter aussieht. Aber ich will mir das nicht vorstellen. Ich habe zwar einen Haufen Notizen, den ich noch ordnen müsste, die mir helfen könnten, sollte ich mich zu einem Gespräch erweichen lassen, aber ich will nicht davon ausgehen oder darauf hoffen.

Okay, hier drehe ich mich jetzt auch nur noch im Kreis. Aber mir fehlen Informationen, ich weiß nur, dass ich Besseres verdient habe, genauer gesagt, genau das, was das bis so Anfang/Mitte Dezember war, bloß in real, weil er sich anfühlt als Heroin. Und das hätte ich ihm wahrscheinlich echt nicht sagen dürfen. Vor allem nicht letzte Woche, als mir längst klar war, dass da definitiv etwas nicht stimmt und dass er mich dadurch nicht mehr respektieren wird, eher im Gegenteil. Deshalb hab ich  so Angst vorm Wiedersehen. Ich kann nur in absoluten Notsituationen lügen und das auch nur bei Leuten, die mich eigenlich nicht kennen, aber er weiß wahrscheinlich sehr gut, wie er mir das noch schwerer machen kann. Und ich hätte es halt immer noch zu gern, irgendwie. 

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