Es ist dieser Moment - Freund klingelt, ich drücke auf, höre nur freudige Stimmen meiner Eltern, "ah, schön dass du wiedermal da bist, gehts dir gut, setz dich doch ein bisschen zu uns" - wo ich mir denke, das kann ich nicht machen. Es hängt einfach so viel mehr mit einer Beziehung zusammen, als nur diese 2 Menschen. Es sind all die Leute drumrum - neuer Freundeskreis, neue Familie, eigene Familie, ja, selbst die eigenen Freunde - die irgendwie mit drin hängen, die in diesem ganzen Beziehungskonstrukt eine Rolle spielen. Wir sind die Hauptakteure, an uns hängt alles. Und wir haben Probleme. Nein.. ICH habe Probleme. Fällt einer raus, was passiert dann mit dem Rest? Es ist wie Domino. Fällt einer, fallen alle. Aber kann mein Glück wirklich davon abhängig machen? Kann ich damit rechtfertigen, dass ich gestern Abend neben meinem Freund lag, in der Hoffnung, dass er mich ja nicht anpackt? Nein. Ich habe gestern mit einer Freundin genau darüber gesprochen. Ihr geht es genauso wie mir. Sie wohnt sogar mit ihrem Freund zusammen, weiß nicht, was die richtige Entscheidung ist. Ich habe nichtmal so richtig Angst davor, es zu tun, sondern einfach, es anschließend zu bereuen. Zu merken, dass es die falsche Entscheidung war, doch dann ist es plötzlich zu spät. Was, wenn nicht? Wenn das mit L nicht so funktioniert, wie ich es mir wünschen würde? Doch das wiederum ist die Angst vor dem Allein-sein. Es wäre so einfach, in der Situation zu verharren. Und ich ziehe alles immer mehr in die Länge. Doch je länger ich warte, desto schlimmer wirds. Írgendwann ist es zu spät. Dann wird L nicht mehr auf mich warten.
Keine Ahnung. Ich weiß es einfach nicht..