Samstag, 08.09.2012 (Hartnäckigkeit beim Training und Mathe)

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Heute Vormittag musste mein Freund zunächst Arbeiten. Eigentlich wollten wir am Nachmittag dann zusammen ein bisschen raus, auf jeden Fall Einkaufen fahren. Ich habe den Tag dann ruhig und gemütlich anfangen lassen. Als er dann nach Hause kam war er so müde, dass er sich lieber hinlegen wollte (er hat dann etwa 2,5 Stunden geschlafen). Ich hatte mich jedoch fest darauf eingestellt, dass ich Einkaufen gehen wollte. Außerdem schien die Sonne, strahlend blauer Himmel bei rund 25 Grad. Ich hatte keine Lust, den ganzen Nachmittag nur vor dem Computer zu hängen. Nun gut, ich mache es zwar äußerst selten, aber ich bin dann alleine in die Stadt gefahren, habe etwa 2 Stunden lang einen Geschäftebummel gemacht. O. k., zu Hause vor dem Computer wäre es für mich ganz bestimmt billiger gewesen, denn letztendlich habe ich auch ein paar Sachen gekauft (z. B. gute Kopfhörer bei MediMax, meine alten waren kaputt, damit konnte man nur noch Mono hören und ich liebe es, abends vor dem Computer zu sitzen und mir schöne Musikvideos auf YouTube in Stereo über Kopfhörer anzuhören). Aber bereut habe ich es nicht, das Laufen an sich und dazu die angenehme Wärme, das hat total gut getan. Dazu kam diese herrliche Schmerzfreiheit. Ich kann es selber noch nicht glauben, ich bin tatsächlich weiterhin schmerzfrei, eine völlige Schmerzfreiheit, damit hätte ich noch vor wenigen Monaten (geschweige denn in den letzten Jahren) im Leben nicht gerechnet. 

Nicht dass hier einer denkt, dass ich sauer auf meinen Trainer wäre, weil ich gestern bei der einen schweren Übung einen "Brass" auf ihn hatte. Nein ganz bestimmt nicht. Ich bin ja froh und dankbar, dass er das Programm so mit mir durchzieht (und das weiß er auch), dass es mir jetzt endlich so gut geht. Auf meinen Lieblingssatz "Das kann ich nicht" reagiert er inzwischen auch nicht mehr, was ich gestern beim Training noch gemerkt habe. Die Unterarm-Liegestütze auf dem Kasten kann ich inzwischen ja relativ gut halten, allerdings sollte ich gestern dabei verstärkt darauf achten, das Becken in dieser Position weiter nach vorne zu kippen, was jedoch absolut nicht geklappt hat (dann kann ich die Spannung nicht halten). Auf meinen Einwand, dass ich das nicht kann, ging er jedoch nicht ein und es kamen so einige Korrekturen.

Ich hatte vor rund 3 Jahren eine Physiotherapeutin, die ihm charakterlich sehr ähnlich war. Bei ihr habe ich nach vielen Jahren "KG-Pause" im Prinzip muskelmäßig wieder bei Null angefangen (und Schmerzen ohne Ende). Ich war 3/4 Jahr bei ihr in Therapie und es war super gut. Sie war zwar ziemlich streng und total hartnäckig, zog das Programm immer intensiv durch, aber dafür habe ich bei ihr auch sehr große Erfolge erzielt. Meine jetzige Therapeutin ist im Vergleich zu ihr sogar "lammfromm", obwohl auch sie manchmal etwas intensiver sein kann. 

Der größte Erfolg, den ich bei ihr hatte, das war ja das Laufen auf der Stelle (bei der Brücke), was sie absolut nicht aufgegeben hat, mich damit Woche für Woche "gequält" hat, immer und immer wieder Wiederholungen, bis ich es dann schließlich endlich konnte (auch damals sagte ich Woche für Woche, dass ich das nicht kann). Sie hatte sehr viele Ideen, ließ sich immer neue Übungen, immer neue Abläufe einfallen, von Langeweile oder Routine konnte bei ihr ganz bestimmt keine Rede sein. Auf die Termine bei ihr habe ich mich immer sehr gefreut.

Auch bezüglich meiner Arme fing ich bei ihr bei Null an. Eine Ein-Kilo-Hantel war damals für mich zunächst zu schwer. Sie legte damals dann praktisch den "Grundstein" für die heutigen Übungen. Wir hatten damals immer 20 Minuten KG (2 mal wöchentlich), davon haben wir uns immer jeweils 5 Minuten intensiv mit einem Bewegungsablauf beschäftigt. 5 Minuten mit der Brücke, 5 Minuten mit den Hanteln und jeweils noch 2 mal 5 Minuten mit verschiedenen Übungen, wobei sie sich immer wieder Neues einfallen ließ, mal auf dem großen Ball (auch kombiniert darauf liegend mit den Hanteln), mal an der Sprossenwand (was ich immer super schwer fand) und auch mal im Vier-Füßler-Stand. 

Ich vergesse nie ihre Motivation (die immer sehr gut war), als ich auf der Liege lag, die Arme seitlich gestreckt und dann mit den Ein-Kilo-Hanteln nach oben gehen sollte und langsam wieder runter (das Gleiche auch auf dem Ball liegend, nach einer solchen Übung ist der "Unfall" ja passiert, dass mich die Kraft verließ und ich nicht mehr hochgekommen bin). In der ersten Zeit hatte ich damit Probleme ohne Ende, die Arme anzuheben, insbesondere das erste Stück, das fiel mir super schwer (anfangs konnte ich es so gut wie gar nicht). Trotzdem ließ sie nie locker. Wenn sie anfangs mit den Hanteln zur Türe reinkam, da fing mein "Brass" auf sie bzw. auf diese Übung schon an, aber dennoch habe ich es dann mit ihrer Motivation immer wieder aufs Neue durchgezogen, bis es mir nach und nach dann immer leichter fiel. Ja, das war halt damals der "Grundstein" für diese Übungen, und heute kommt mein Trainer halt immer häufiger mit den 2 bzw. 5 Kg-Hanteln an (daran wäre damals nicht im Traum zu denken gewesen, ich war ja froh, als ich die Übungen mit den 1 Kg-Hanteln endlich geschafft hatte).

Was die Übungen an sich betrifft, die Motivation und die Hartnäckigkeit war diese Therapeutin die Beste, die ich bis jetzt hatte. Meine jetzige ist zwar auch gut, aber die damalige war dennoch besser (jeder Mensch ist halt anders). Nach rund einem 3/4 Jahr hat meine damalige Therapeutin dann zufällig einen früheren guten Kollegen wieder getroffen. In seinem aktuellen KG-Institut wurde zufällig eine neue Therapeutin gesucht. Da meine Therapeutin eh mit dem Gedanken gespielt hat, das Institut zu wechseln, hat sie sich dort dann beworben. Sie hatte dann eine Woche Urlaub und in dieser Woche dort auch ein Vorstellungsgespräch. Abends bekam ich von ihr dann eine Mail, nach dem Motto, Sorry, hier ist es super, ich reiche einen Krankenschein ein und Wechsel sofort, wir werden uns nicht mehr sehen. In dem Moment brach meine kleine Welt etwas zusammen und ich bin vor dem Computer in Tränen ausgebrochen. Ich wäre ihr liebend gerne gefolgt, aber das neue Institut ist in einer anderen Stadt. Mit Auto wäre das gar kein Problem gewesen, aber mit "Bus und Bahn" auf Dauer viel zu umständlich. 

Danach kam für mich dann genau das, was ich zuvor befürchtet hatte, meine Therapie ging über viele Monate den Bach runter, meine Muskelkraft ließ immer mehr nach und die Schmerzen wurden wieder sehr viel intensiver. Die nächsten Therapeuten, die ich dann bekam (damals hätte ich das Institut schon wechseln sollen, dann wären mir ganz bestimmt viele Depressionen erspart geblieben!!!), trauten sich bei mir gar nichts, haben mich geschont ohne Ende, bloß nicht zu viel machen, von Monat zu Monat wurde ich wieder schwächer und konnte mit der Zeit dann auch ein paar Übungen nicht mehr, die ich zuvor ja mühsam erlernt hatte. Aber auch, wenn meine jetzige Therapeutin nicht ganz so intensiv ist, Hauptsache mir geht es weiterhin so gut. Ganz abgesehen davon, dass ich ja schließlich auch noch das Personal-Training mache, womit ich auch ganz bestimmt nicht aufhören werde. 

Beim Thema Hartnäckigkeit muss ich gerade auch mal wieder an meinen Vater denken, der darin ebenfalls sehr intensiv gewesen ist. Gerade wenn es um die Nachhilfe bei Mathe ging, die ich meistens 2 mal wöchentlich von ihm bekommen habe, in dem Zusammenhang war ich so einige Male mächtig sauer auf ihn, aber wenn dann eine Klassenarbeit super gelaufen ist und ich eine gute Note bekam, dann war ich natürlich total happy und ihm auch total dankbar, dass er so mit mir "gepaukt" hat. Er war leider sehr ungeduldig und fing immer schnell an zu Schreien. Dann wurde ich meistens "trotzig" und gab auch schon mal "freche" Wiederworte. Dann ging es zwischen uns sehr heftig hin und her (so dass meine Mutter auch schon mal "eingreifen" musste), aber letztendlich haben wir den Stoff dann trotzdem durchgepaukt, bis ich alles im Griff hatte. In Mathe war mein Vater nunmal super, im Gegensatz zu mir. Ich weiß noch, wie wir damals das "Kleine 1 x 1" geübt haben, das ich immer und immer wieder auswendig lernen sollte, aufsagen sollte. Was habe ich mich dagegen gesträubt, damals hatte ich einen totalen Brass deswegen auf ihn. Ich hatte keinen Bock darauf, wofür gibt es schließlich Taschenrechner....

Ja, ohne Taschenrechner bin ich halt völlig aufgeschmissen. Mein Vater konnte sehr gut Kopfrechnen, ich bin darin dagegen eine völlige Niete. Diese "Fähigkeit" konnte er mir auch nicht beibringen. Stattdessen bekam ich dann sogar von ihm Taschenrechner in allen Varianten und Größen. Auch den ganz kleinen, den ich bei Klassenarbeiten heimlich benutzt habe. Er hat mir nur immer wieder eingebläut, mich bloß nicht erwischen zu lassen, was zum Glück ja nie passiert ist. Klassenkameraden, die einen Spikzettel benutzt haben, die fielen schon mal auf, aber ich hatte Glück, bin damit nie erwischt worden. 

Auch heute habe ich, gerade im Büro, "überall" Taschenrechner griffbereit liegen. Ganz abgesehen davon, dass man mit meinem Handy ebenfalls rechnen kann, habe ich dort noch eine große Rechenmaschine und "nebenbei" 3 Taschenrechner in greifbarer Nähe. Hin und wieder muss ich Rechnungen prüfen und selbst bei kleineren Beträgen verlasse ich mich lieber auf einen Taschenrechner als auf meinen Kopf. 

Ich weiß noch, ganz schlimm war es damals, als wir in Mathe Textaufgaben gelernt haben, insbesondere wenn darin unterschiedliche Mengenangaben "versteckt" waren. Das war damals für mich mit am schlimmsten, dabei bin ich unzählige Male "reingefallen" (und wurde dann häufig "frech", weil ich den Fehler nicht zugeben wollte, aber auch dabei blieb mein Vater immer total hartnäckig). Wie nannte mein Vater es immer, ich soll "Äpfel und Birnen" nicht zusammen rechnen, dabei würde als Ergebnis höchstens "Obst" rauskommen. Wenn in einem Text z. B. Angaben in Kg und Gramm waren, oder in Meter und Zentimeter, dann habe ich grundsätzlich immer nur die Zahlen beachtet, habe es so gut wie nie zuvor entsprechend umgerechnet und hatte dadurch natürlich Fehler ohne Ende. Mit diesem Umrechnen hatte ich damals sehr große Schwierigkeiten, was ich aber nie zugeben wollte, dadurch kam es zwischen meinem Vater und mir zu einigen großen Streits. Aber auch diese Klassenarbeit habe ich schließlich (mit einer relativ guten Note) geschafft (ich hatte auch in der Klassenarbeit ein paar "Umrechnungen" übersehen....), so dass ich immerhin meine Gesamtnote halten konnte, wofür ich meinem Vater dann schließlich natürlich dankbar war. Ohne ihn wäre diese Klassenarbeit ganz bestimmt völlig den Bach runter gegangen. 

TitelAutorDatumBesucher
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Sa. 14.09.2019PetraM17/09/2019 - 02:358
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