fool if you think it's over

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herzlichen dank für eure nachrichten ! ich habe mich sehr gefreut !

in den letzten tagen habe ich mich weiter in meine kleine, heile welt zurückgezogen und mich entspannt. einzig bedauerlich war, dass ich gestern bereits um halb 7 aufstehen mußte, um mich auf den weg zum zweitjob zu machen. so früh muß ich sonst ja nicht mal für die strombude aus den federn ! nachmittags um 1 gings dann weiter zur schützefreundin und mit ihr auf den baby-flohmarkt. sowas sollte man schon mal mitgemacht haben. bereits eine stunde vorher steht die (hauptsächlich) weibliche kundschaft an und will die stände belagern. der einlaß ist eine art startschuß, um loszurennen, auf den tischen rumzuwühlen und beglückt mit dutzenden von bunten stramplern, hosen, jacken und schuhen das schlachtfeld wieder zu verlassen. unsere jagd dauerte kaum länger als eine halbe stunde, aber dann war die tasche der schützefreundin auch schon voll. von manchen niedlichen sachen konnte sie schon berichten, dass sie davon schon kuriert sei, weil sie aus irgendwelchen gründen unpraktisch seien. mein rat war auch gefragt, meine antwort dann aber eher zufällig "ja" oder "nein". anschließend setzen wir noch in das kaffeezimmer und kauften uns kuchen für 30 cent. das sind preiskategorien - da kann man auch mal sonntags hinfahren und kuchen kaufen, ohne dass man auf den flohmarkt will. wir beobachtete fasziniert ein zwillingspärchen, das mit uns am tisch saß und ca. 3 jahre alt war. es bestand eine besondere verbindung zwischen den beiden, auch wenn sie völlig unterschiedliche dinge machten. anschließend fuhren wir einkaufen und ich kaufte heringe, teelichter, kirsch-bananen-quark, äpfel und ein schaumbad (wofür ist das jetzt bedeutsam ?). dann setzte die schützefreundin mich ab und ich ging gleich weiter zu a. - eigentlich nur kurz, um mich mit ihr fürs wochenende zu verabreden. "kurz" dauerte dann von halb 5 bis 10, bis schließlich ihre neue flamme anrief und ich entlassen war. den ganzen nachmittag fühlte ich mich ein wenig verloren, aber das war nur so eine stimmung, die ich auch nicht weiter ernst nahm. letztlich fühlte ich mich sehr wohl.

heute morgen wachte ich dann schon wieder um 7 auf, schlief dann aber zum glück wieder ein und erwachte das zweite mal um 12. a. hatte angerufen, weil sie den zweitschlüssel ihrer wohnung braucht. also putzte ich meine wohnung, färbte nebenbei meine haare (wobei ich das ganze bad miteinfärbte mit diesem blöden color-gel), entdeckte, dass mein staubsauger deshalb nicht mehr saugt, weil der schlauch mit blättern verstopft ist (!) und nahm ein bad. anschließend fuhr ich mit dem bus in die stadt und lief durch den strömenden regen zu a. das wetter war mir aber egal, ich hatte musik auf den ohren und bei schönem wetter kann ja jeder laufen ! ich blieb dann doch wieder eine stunde und jetzt bin ich mit dem bus hierhergegondelt. heute abend mache ich vielleicht noch ein wenig für den zweitjob und versuche, ruhig zu schlafen.

das waren meine umwerfend spannenden erlebnisse der letzten tage. auf der rückfahrt von a. dachte ich heute, dass ich genau so wie diese woche vor meiner zeit in der strombude gelebt habe. alles schön geordnet, alles böse ausgeschlossen, nur wohlfühlkontakte und kaum berührungspunkte mit der welt da draußen. die frage ist, ob die strombude meinen blick wirklich frei gemacht hat. auch da habe ich meine wohlfühlkontakte, selbst beruflich ist alles auf dem kuschelkurs, einzige herausforderung ist tatsächlich die sache mit dem spezialkollegen, schon deshalb, weil ich diesem problem nicht aus dem weg gehen kann. wenn ich ihn jetzt nie wiedersähe, müßte ich mich diesem problem nicht stellen, aber vielleicht trüge ich es dann einfach zum nächsten mann. unterbewußt ist ein großes maß an spannungen in mir vorhanden. das muß nicht mal mit seinem konkreten verhalten zu tun haben, aber es hat viel mit dem zu tun, was er in mir ausgelöst hat und immer noch auslöst. andersrum scheint das ja ähnlich zu sein. für mich ist es, als ob jemand einen tropfen auf eine glatte wasseroberfläche fallen lässt, der dann seine großen kreise im inneren zieht. oder wie das echo, eine art innerer widerhall. bine, insofern ist meine vernunft nicht zu bewundern, denn im grunde leitet sie mich in meinem verhalten nicht. ich mache zwar gedanklich sofort abstriche, wenn ich etwas beglückendes in bezug auf den spezialidioten erlebe, aber meine gefühle ziehen mich trotzdem in eine andere richtung und das sehr stark. ich steuere dagegen, natürlich, aber im moment führt das nur dazu, dass sich meine spannungen im inneren verstärken. meine schultern sind verspannt, ich schlafe kaum noch und mein magen ist im eimer. all das, obwohl meine stimmung gut und ich selbst meine, ausgeglichen zu sein. in den letzten tagen spürte ich neben aller erholung, dass ich ein gewissen maß an spannung brauche, um mich lebendig zu fühlen. in zu viel wohlfühl-kuschel-atmosphäre klinke ich mich zu schnell aus und werde innerlich abwesend. doch diese destruktiven beziehungen oder verliebtheiten sind dann doch wieder viel zu viel spannung, das kann es auch nicht sein. ich weiß nicht, was in der nächsten zeit passieren wird, aber irgendwie bin ich auch froh, dass ich mich dem ganzen noch stellen muß, schon allein, weil ich den spezialkollegen noch die ganze zeit sehen muß und ich von diesem kontakt nichts gutes mehr erwarte. entweder erlebe ich, wie er sich von mir abwendet oder sogar noch, wie er sich einer anderen zuwendet, irgendwas muß ja passieren und es wird ein gewitter in mir auslösen, das ist ja klar. nachdem die neuauflage der letzten monate schon ziemlich ausgelutscht ist und eine besserung zum guten so gut wie ausgeschlossen ist, kann die spannung zwischen uns nur noch negativ umschlagen. aber was soll dieses gefasel ins leere, ich werde es ja sehen. ich hoffe nur, der/die anonyme kommentator(in?) hat nicht recht und es wird alles zu einer endlosschleife, das wäre die schlechteste aller lösungen.

ich gehe mit einer einstellung in die neue woche wie die schützefreundin es beschrieb, als ihr mitten auf dem weg und am hang das auto ausging, weil kein benzin mehr drin war: sie hat die handbremse gezogen, damit sie weder vor noch zurück rollt und hat einfach geschaut, passieren wird.

mit diesen reflexionen aus der welt der autisten und einem blick auf den bewölkten gewitterhimmel dieser stadt

mona

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