Tagebucheintrag an einem elften

DruckversionEinem Freund sendenPDF-Version

Ich kann nicht einmal sagen, daß ich auf das Vorstellungsgespräch morgen gespannt bin, bin ich nicht, ich bin nicht einmal nervös, mir ist es auch irgendwie egal, als ich das die ersten drei, vier mal gemacht habe, da war ich nervös und gespannt und insgesamt hatte ich in meinem Leben acht Vorstellungsgespräche, mit dem sind es acht, die zweiten Runden die es da oft gab zähle ich nicht dazu. Das werden die Leute die Studieren nach ihrem Studium auch feststellen, daß es da zwei bis drei Vorstellungsgespräche gibt.

Auf Biancas Profil auf Facebook war ich vor ein paar Minuten, wußte gar nicht oder habe es vergessen, daß die Frau so süß ist, richtig Putzig. Meine Nachbarin unter mir ist allerdings auch süß, ich meine damit, sie wohnt unter mir, nicht sie liegt unter mir, das heißt, sie liegt schon unter mir, aber eben in ihrer Wohnung, ob ich mich deswegen nun leid sehen sollte oder nicht weiß ich nicht, sie hat eben einen Freund. Der Arbeitet auf dem Bau oder so und sie als Kellnerin, in einem Gemeindebau findet man auch nicht oft anderes, vorwiegend das Proletariat.
Als sie und ich uns vor zwei Tagen unterhalten haben hatte sie ihre Hündin mit, irgend so ein Schäfer Ding. Die Hündin hätte mich fast angefallen, also am liebsten gleich begattet, ich habe dann die Nachbarin bei der Unterhaltung im Stiegenhaus vor zwei Tagen gefragt, ob das ein Weibchen ist, sie hat bejaht und ich habe darauf gesagt „dachte ich es mir“; ich mußte dabei sofort an einen Kommentar von larin denken und lachte inwendig, die Nachbarin hätte es wohl nicht verstanden, wenn ich da lauthals losgelacht hätte. Wieder einmal so ein Fall in dem nur ich den Spaß hatte. Dann habe ich sie gefragt, was sie beruflich macht, hat sie gesagt, daß sie Kellnerin ist, ich habe nicht gefragt wo, hat mich auch nicht interessiert, sie hat dann gesagt, daß sie pro Tag vierzehn Stunden arbeitet und ich zu ihr, ist „so in deinem Beruf, kannst nichts dafür“. Dann haben wir uns voneinander verabschiedet.
Unser erstes näheres Kennenlernen war interessant. Zuerst habe ich mir von denen Milch ausgeborgt, wußte noch nicht, daß es schon einen Nachtshop gibt der nach Hause zustellt, ein paar Tage später ruft mich Frau Richter an und bittet mich hinunter zu kommen, die Folge war ein Streit mit den Nachbarn unter mir und Frau Richter, es ist wieder einmal darum gegangen, daß ich zu laut Musik höre, so ein Schwachsinn, ich habe mich nur verklickt und die Musik war vielleicht fünf Sekunden laut, dann habe ich auf die Ton-Aus Taste gedrückt und Stille war, aber das hat wohl gereicht, um die da unten so fürchterlich zu stören, daß sie mich auf meinem Weg zum Einkaufen aufhalten. Schließlich waren sie die die laut waren, ich konnte fast jeden Streit mithören und das war ziemlich laut, ich habe mich schon gefragt, was die da die ganze Zeit tun und ob sie sich gegenseitig schlagen und wenn das etwas sexuelles ist, würde ich gerne mitmachen. Bis auf das sexuelle habe ich die beiden das dann auch beim Streit gefragt, ob sie sich dabei schlagen und so, ich hatte echt gut Lust auch das sexuelle zu fragen und dann zu fragen, ob ich mitmachen darf, um ihnen zu zeigen, daß ich sie nicht ernst nehme, wenn sie denken nur ich müßte mich ihnen anpassen und sie dürften weiter laut sein. Die Richter hat dann auch gemeint, daß das auch schon anderen Nachbarn aufgefallen ist, war mir aber egal. Nur der Typ, typisch Typ, hat nicht das Maul auf bekommen, die Kellnerin schon, sie hat mich gefragt, ob ich in meiner Wohnung tanze, weil man ab und an meine Schritte hinunter hört. Ich habe mir dann gedacht, daß ich mir wegen denen sicher nicht das Schweben beibringen werde, ich könnte das zwar in zwei Minuten schaffen, aber nur wegen ihnen mache ich es nicht, ist jetzt aber egal. Ich hatte den Streit schon als beendet angesehen, wurde aber eine weitere Minute aufgehalten und bin dann trotzdem gegangen, es gab nichts mehr worüber man sich noch weiter Streiten hätte sollen, nur die Richter hat mir dann nachgeschrien, daß ich gefälligst bleiben soll und ich habe dann zurück geschrien, daß ich sicher nicht bleibe, vor allem dann nicht, wenn man mich anschreit. Meinen Einkauf habe ich trotzdem genossen, ich bin ja wieder einmal siegreich gewesen.
Seit dem sind zwei Wochen vergangen, ich habe die Richter wieder getroffen, sie hat sich beruhigt und das Mädel von unten auch, wir haben uns ganz gut unterhalten, seit dem Streit mag ich sie, sie war die einzige die vernünftig geblieben ist und genau so ruhig war wie ich, der Rest hatte schon von Anfang an verloren. Wenn man kämpfen will, sollte man eben keine Emotionen oder Gefühle mit einbringen, darf man dann danach und das mit den Emotionen und Gefühlen funktioniert nur in Hollywood so. Genau so wie Männer beim Kämpfen oft nicht die harten Kerle sind, die Kämpfen oft so tuntig, etwas das mir jedes mal einen Vorteil verschafft hat, bis die mal reagieren habe ich schon zwei mal reagiert, furchtbar anzusehen jedes mal, wie die muskelbepackten Proleten jedes mal verlieren, da fehlt wohl dann doch das nötige Hirn. Wie letztes mal, rempelt mich einer an und ich konnte nicht mehr ausweichen, sagt der zu mir, wenn das noch einmal passiert, kriegst eine Faustwatsche, ich sehe ihn herablassend von oben bis unten an (ich denke mir schon, daß das herablassend war) und sage zu ihm ruhig, „ich denke nicht, daß du so schnell bist wie ich, möchtest es ausprobieren?“, er hat mich nur blöd angesehen und ist dann fluchend weiter gelaufen und ich hatte meinen Spaß. Ich hätte es echt darauf ankommen lassen, mit seiner Einstellung wäre ich sogar vier mal schneller als er gewesen, aber bitte, er wollte es dann doch nicht ausprobieren, er hätte sowieso verloren und ich müßte so einen Typen wieder fragen, wieso er denkt, daß er nun verloren hat, dann hätte ich es ihm gesagt, „nicht mit Wut kämpfen“. Sehr erheiternd jedes mal. Ich bin nun mal kein Schlägertyp, es würde schon ein Hieb hinters Ohr reichen und der schwankt wie ein Volltrunkener, Gleichgewichtszentrum dort, tut nicht mal weh, aber man schwankt unkoordiniert, aber ich will dann doch länger meinen Spaß haben, wenn es denn sein muß, aber nachdem die alle so tuntig kämpfen ist das oft eine einseitige Angelegeneheit. Naja, ich kann auch wild sein, wenn es sein muß, kommt aber nicht oft vor und ich bin froh darüber.

Jetzt weiß ich noch immer nicht, welches Angebot der mir morgen machen wird, wenn es mir gefällt, dann mache ich es, wenn nicht, hat er Pech gehabt, vorbereiten muß ich mich sowieso nicht darauf, wird auch nie etwas anders gefragt, als das übliche und auf das unübliche bin ich schon seit Jahren vorbereitet, es ist auch nie etwas aufgetreten, auf das ich nicht entsprechend reagieren könnte, ich habe die Situation eben einfach voll im Griff und nicht mich die Situation.
Ach egal jetzt, ich habe keine Lust mehr zu schreiben.

Gute Nacht und so.

Kommentare

Darstellungsoptionen

Wähle hier deine bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicke auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.
Bild von larin

Viel Glueck!

Viel Glueck!

Bild von MaLa

Danke schön, liebste larin,

Danke schön, liebste larin, kriegst ein Bussi auf's Bauchi, hihi, jetzt brauche ich nur noch mehr zwei Wochen zu warten, dann wird es sich zeigen.

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Erlaubte HTML-Tags: <a> <p> <span> <h1> <h2> <h3> <h4> <h5> <h6> <img> <map> <area> <hr> <br> <br /> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd> <table> <tr> <td> <em> <b> <u> <i> <strong> <font> <del> <ins> <sub> <sup> <quote> <blockquote> <pre> <address> <code> <cite> <embed> <object> <param> <strike> <caption> <tbody>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.

onlinetagebuch.com - WIE DAS LEBEN SO SCHREIBT ...