ihre Namen-lose Kassiererin ;-)

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Inspiriert durch Anna Sam`s "Leiden einer Verkäuferin", habe ich den Mut gefaßt, auch meine besonderen Erfahrungen mit Ihnen zu teilen.

Ich wünsche mir, dass Sie den Beruf der Verkäuferin oder Kassiererin mit ganz anderen Augen sehen werden...
Die Tage einer Verkäuferin sind gespickt mit vielen aha-Momenten, welche einen zum Schmunzeln, aber auch zum Kopf-schütteln bringen.
Denn an einem "normalen" Tag (sofern es diesen überhaubt gibt),
ist ihre Verkäuferin vielleicht ein ganz anderer Mensch.
Wenn man(n) oder Frau sich für diesen Beruf entscheidet, sollte folgendes nicht fehlen:
Humor und ein dickes Fell!
Denn Fachwissen kann man sich aneignen und durch das tägliches Wiederholen verstärken.
Für den Umgang mit Menschen gibt es leider keinen Leitfaden, der beiden Seiten ein freundliches-respektvolles Miteinander prophezeit.
Von Vorteil wäre es natürlich, wenn Sie ein ausgleichendes Hobby hätten ... sofern Ihre flexibele Arbeitszeit dies zulassen würde.
Wahrscheinlich käme hierfür nur Yoga in Frage ;-)
ooooohm
Aber oft genügt ein kleines Kämmerlein oder das schalldichte Kühlhaus schon, um sich abzureagieren und zu schreien, zu fluchen und zu toben oder einfach wie Rumpelstilzchen wild zu trampeln.
An manchen Tagen wünschte ich mir einen "Erste-Hilfe-Ratgeber-für-die-Verkäuferin",
da einige Ereignisse schwer zu verarbeiten sind und diverse Verhaltensweisen trotz Toleranz nicht zu verstehen sind.

An einem normalen, Teilzeit-Arbeitstag als Kassiererin, bediene ich ca. 300 Kunden.
Davon denken etwa 150 Kunden, dass die Kassiererin und die Scannerkasse eine elektronische Einheit bilden.
Nicht selten schauen sie verwundert auf, wenn sie mit einem freundlichen "Guten Tag" begrüsst werden.
Der Schock, über das sprechende Gegenüber, scheint so gross zu sein, dass ein erwiederter Gruss oder ein sportliches Kopfnicken, nicht möglich zu seien scheint.
Etwa 100 Kunden nehmen sie als eigenständiges Individeum wahr, mit welchem man auch reden kann und welches ihnen sogar in ganzen Sätzen antworten kann.
Hier möchte ich anmerken, dass diese Eigenschaft der aufgeschlossenen Kommunikation nicht jedem gegeben zu seien scheint.

Nicht selten steht ein Kunde oder eine Kundin vor ihnen und wirft ihnen nur ein Schlagwort entgegen... oder skuriele Wortverknüpfungen, wie "Sag mal Marmelade!".
An dieser Stelle muss ich gestehen, dass ich dieser Aufforderung naiver Weise nach kam und der Dame diesen Wunsch erfüllte... und ihr ein freundliches: "Marmelade" erwiederte.
Wahrscheinlich aber war sich diese Kundin, ihrem dürftigem Vokabular nicht bewusst...
denn sie staunte nur, über diese knappe Antwort.

Die ideale Verkäuferin denkt nicht... sondern dient bedingungslos, ohne zu hinterfragen!

Sie denken, dies sei die absolute Ausnahme?
Sie irren!
Die Eier-Suche beginnt in fast jedem Markt nicht erst an Ostern.
Seltsamer Weise werden aber hierfür meist die männlichen Kollegen um Hilfe gebeten.
Frei nach dem Motto: "Wo haben sie denn ihre Eier?".
Nicht selten schauen die Herren der Schöpfung an dieser Stelle, an sich herunter, schwingen leicht die Hüfte mit den Worten "...gestern waren sie noch dort...".
Meist wird an dieser Stelle gekichert und die Kundin fasst ihre Suche noch einmal in Worte.
Gefährlich kann es allerdings werden, wenn ein eifersüchtiger Begleiter rot sieht.
Dann kann der Monolog des Begleiters schon sehr unschön werden, weil er annimmt, hier würde in seinem Revier gewildert werden.
Zuvorkommender Weise empfahl dieser Begleiter dem Kollegen alsbald einen Zahnarzt aufzusuchen, da er hellseherisch verkündete, die "Kauleiste würde bald Lücken" aufweisen.
Gut, mein Kollege trägt zwar schon seine Dritten, aber dies ist wahrscheinlich eher der Verdienst von Baktus und Plaktus.

Wohl dem, der seine Zähne bei sich trägt!
Solch ein Supermarkt ist wie eine riesige Wundertüte...
man findet Dinge, die man nie vermutet hätte.
So kam es schon einmal vor, das neben der Obstwaage ein Behälter mit einem Gebiss vergessen wurde.
Die Besitzerin freute sich einige Tage später, dass sie ihr Ersatzgebiss wohlbehalten und vollständig wieder erhielt.
Die Dose hatte sie versehentlich abgestellt.

Ja, wir heben alles auf!
Regenschirme, Geh-Hilfen (Krüken), Bonuskarten, Einkaufstaschen mit halben Einrichtungen, Kaugummis an der Regal-Unterseite, Röntgenaufnahmen, Arztbefunde, Brillen, oder poetisch verfasste Einkaufslisten "Milch, Joghurt, Salat-Scheisse" (ich bin mir nicht sicher, ob der Kunde gefunden hatte, wonach er suchte), sogar ein Rollator wurde schon vergessen.

Kommentare

Bild von ich allein

Also

Ich hätte das Gebiss in ein Apfel gedrückt, mit dem Kommentar äh ...morgen noch kraftvoll Zubeißen oder, mit Corega Tabs wären die Zähne jetzt noch bei Mutti statt im Apfel. Oder heute kau fertiger Apfel im Angebot....
ich stelle mich gerne bei den dicken Kassieren, sage ganz lieb Hallo, schaue Ihn in die Augen, lächel so, als ob es die Liebe meines Lebens währe(was sie aber nicht ist) und bekomme zu 99 % ein so heftiges strahlendes Gesicht zurück das eine Sonnenbrille nicht verkehrt wäre.
Ich freue mich immer sehr, wenn ich angelächelt werde.
Darf man ja auch...

:x))

Weiß auch was...

...eine ältere Kundin sagte mal bei uns im Schuhgeschäft:"Ich suche einen Bums(Pumps) für´n Sonntag." Hehe...da erlebt man schon was.

Verkäufer - Mensch !!!!

Ja,das leben als Veräufer ist nicht immer ohne !!Selten wird man als "Menschliches Wesen" wargenommen. Z.B. auf die Frage "Wo haben sie Schuhe"? Man schaut auf sich herunter,und sagt "an meinen füßen". oder auf die Frage " Ich habe schon den halben Laden abgesucht,wo sind die Oberhemden ? " Meine Antwort war "nah in der anderen halfte " !! Meistens erntet man ungläubige Blcke,aber viele merken das man einem Menschen gegenüber steht und keiner Maschine,die mit sollchen Sätzen etwas anfangen kann. Mach weiter so !!!

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ihre Namen-lose Kassiererin * Part 4 farfalla19/08/2009 - 14:47107
ihre Namen-lose Kassiererin * Part 3farfalla17/08/2009 - 19:43120
ihre Namen-lose Kassiererin * Part 2farfalla14/08/2009 - 19:49118
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