Selbstmordversuch.

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Ich wollte mich umbringen.
Gedanken dieser art sind schon lange in meinem kopf, seit 3 jahren etwa, als ich noch bei meinem vater lebte. Schule und eltern mich fertig machten. Ich hatte keinen, dem ich so viel bedeutete, dass man mir beistand. Ich hatte keinen, der einen arm um mich legte. Ich war ganz allein und versank im selbstmitleid.
Keine freunde zu haben ist traurig. Einsam. Mittlerweile sind meine freunde von 0 auf 2 gestiegen, dazu kommt noch eine Bekannte aus dem Netz, die ich schon privat traf sowie ein Exfreund.
Sonntag war es dann soweit.

Ich hatte immer Angst vor Schmerzen. Wollte nicht, dass das letzte Gefuehl auf der Welt, Schmerz ist. Ich hatte schon zu viel davon.
Also griff ich nach Pillen. Medikamenten. Egal, welche Wirkung, ich nahm sie. Um die 150 schluckte ich. Dann griff ich nach dem Shampoo und schluckte davon ein wenig. Ich dachte, das haette vielleicht die gleiche Wirkung wie Alkohol.

Dann legte ich mich ins Bett. Lag und hatte die Augen zu. Schlafen konnte ich nicht.

Nach 3 stunden hatte ich die Nase voll vom herumliegen. Warjm wirkten die Medis nicht? Ich versuchte aufzustehen, aber es ging nicht. Alles an mir war so schwer. Meine beine waren so schwer, mein Kopf. Ich fiel wieder ins Bett.

Ich versuchte es nochmal, bis ich schliesslich doch vor der Treppe stand. Ich hatte Angst, hinunter zu gehen. Wollte nicht fallen.
Außerdem, was würde meine Mutter sagen?! Was sollte ich ihr sagen ?!
Sie war noch immer wütend wegen des Streites vorhin, wenn ich ihr sagen würde, mir ginge es schlecht, wäre ihr das egal.
Also legte ich mich wieder hin.

Eine Stunde später stand ich erneut auf. Ging die Treppe runter, setzte mich zu meiner Mutter. Sagte, dass ich mich schlecht fühlte.
Sie reagierte wie vorhergesehen kaum drauf. Auf die Frage, woher das kommt, antwortete ich nicht.
Irgendwann beichtete ich es ihr.

"Ich hab sämtliche Pillen geschluckt."

Die Panik war groß. Meine Mutter lief ins Bad, kramte Packungen aus hnd fragte mich bei jeder, ob ich die genommen hätte. Dann rief sie den Krankenwagen.

Die Notärzte kamen ins Haus und machten irgendwas. Ich weiß gar nicht mehr genau, was. Ich bekam Blut abgenommen und einer fühlte meine aufgequollenen Hände.
Sie alle grinsten. Machten Späße.
Und ich fühlte mich ausgelacht. Lächelte gezwungen mit.

Dann wurde ich mitgenommen. Sie haben mich ins Krankenhaus gefahren, wo ich mehrere Stunden warten musste, bis irgendetwas noch passierte. Ich musste Kohle trinken. Widerlich das Zeug.

Meine Mutter wollte am nächsten Tag wieder kommen und mich abholen. Ich musste über Nacht bleiben. Wurde am EKG angeschlossen und jede Stunde wurde der Blutdruck gemessen.
160 war mein Puls hoch. Das Doppelte als normal.

Ich hab in der Nacht wenig geschlafen. Musste ständig auf Klo und ich hab keine Ahnung, warum ich ständig die Kabel an meinem Körper abmachte... Aber ich habe die Schwester wohl ziemlich damit aufgeregt...

Am nächsten Tag kam ein Pfarrer zu mir. Ich erzählte ihm alles, er hörte mir zu und sprach mir ins Gewissen. Dann gab er mir noch seine Telefonnummer, sollte ich nochmal mit ihm sprechen wollen.

Um etwa 13 Uhr kamen zwei Menschen zu mir. Auch sie machten sich über mich lustig, zumindest kam es mir so vor. Haben mich ständig angegrinst. Und die wollten mich in eine Anstalt bringen.
Ich wollte aber doch noch Hause! Meine Mutter würde mich doch bald abholen!
Das war denen alles egal, ich musste mich anziehen und mitkommen.

Nur einem Pfleger war es wichtig, dass meine Mutter bescheid weiß. Er gab mir das Gefühl, dass ICH wichtig sei. Er machte sich Sorgen um mich und zeigte Mitgefühl. Ich mochte ihn.
Aber auch er konnte nichts tun und die Nummer meiner Mutter hatte auch er nicht... Und so wurde ich in die Anstalt gebracht.

Dort sprach ich mit der Leiterin. Ich sagte ihr, dass ich nach Hause möchte, dass ich nicht hierhin gehöre. Irgendwie schaffte ich es, sie davon zu überzeugen.
Die zwei Transporte waren sichtlich überrascht, als man ihnen sagte, dass ich nach Hause kann. Geschah ihnen recht.

Eine ganze Stunde versuchten wir, meine Mutter zu erreichen, damit sie mich abholen könnte. Vergeblich.
Am Ende riefen wir meine Großeltern an, die mich heim fuhren.

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Erdengel, ich frage mich

Erdengel, ich frage mich schon lange über Sinn und Unsinn eines Blogs; wenn du Langeweile haben solltest, kannst dich ja mal meines letzten Blogs annehmen, was für eine gedankliche existenz du anstrebst, darstellst oder wie immer du es verstehst oder auch ablehnst..
Ich weiss um mich selbst, einst vor einem riesigen Tief gestanden, das selbst in mir eine Todessehnsucht zu entfachen wusste- vor gefühlten unendlichen vielen Jahren. Egal wie tief ich danach oder im Istmoment gar sinken mag- die unheimlichen Untiefen von einst haben seelische Sicherheitsseile erstehen lassen, die jedem Sturm standzuhalten in der Lage sind.
Solche Seile sind nunmehr auch für dich geknüpft. Eine relativ gute Freundin von mir, die sich mittlerweile als wahrlich erfolgreiche Autorin mausert,
hat mir ebenfalls mal gestanden, in der Schwebezone zwischen Leben und dem Jenseits des Jordans gestanden zu haben.
Soweit war es bei mir glücklicherweise nicht- vermutlich weil ich mit meinen 12 Lenzen dafür damals zu jung war und eben nur den Wunsch als solches zu verspüren vermochte. Hatte damals aber das Glueck in hervorragende psychologische Hände zu gelangen. Dieser Frau bin ich noch heute mehr als nur dankbar, weil...ja weil sie das von mir angegebene Potential, eine übersteigerte Phantasie, jenseits der Psychose in Bahnen zu lenken wusste, die ich nunmehr in Form von Kurzgeschichten auslebe.
Warum schreib ich das so offen und ehrlich unverblümt. Weil hieran der wunsch geknüpft ist, dass du dich in ähnliche profesionnelle Hilfe begibst.
Aber um meiner Lebensbewältigung etwas Tribut zu zollen."Glückliche Menschen haben nicht den Leidensdruck, der nötig ist, um Kunst zu produzieren.

Elfriede Jelinek"
Versuch durch für dich ebenso eine Kunstsparte zu finden, in der du dich zu finden vermagst. Bei mir ist es das geschriebene Wort, welches mich in eine Welt entführen mag, wo ich Gedanken Ausdruck verleihe, die mich durch die Auseinandersetzung mit ihnen glücklich zu stimmen wissen.
Malst du gerne, zeichnest du oder basteln?-egal wie kreativ auszuleben befreit einen dermaßen; aber hierzu muss man dieses selbst erleben..

Bild von Eternel

Puh, irgendwy erinnerst du

Puh,
irgendwy erinnerst du mich an mich damals, (und das obwohl ich keine Ahnung hab wie alt du bist).
Und deswegen muss ich dir raten profesionelle Hilfe anzunehmen, es ist keine Schande um Hilfe zu bitten wen man Hilfe braucht, sei es nun bei freunden oder bei einem Psychiater. Heute weis ich das das Leben zu schade und zu kostbar ist um es einfach wegzuwerfen, vor ein paar Jahren hätte ich jeden der diesen Satz ernstgemeint hätte noch für verrückt erklährt.
Und ich schliese mich auch meinem Vorschreiber an, kreativität hilft, bei mir war es damals das Zeichnen, aber es gibt so viele Methoden, das was tief in einem ist, den ganzen Ärger, und alles was einem Herunterzieht, ausdruck zu verleihen.
Du bist nicht alleine, auch wen das dumm klingt.
eternel

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