Debby zieht aus; Enttäuschung für mich

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Als ich heute bei meiner Betreuerin vom Betreutem Wohnen war, haben wir die Tagebucheinträge ausgedruckt, in der Zeit, bei der ich bei meinem Vater war. Insgesamt wurden es 48 Seiten und als ich zwischendurch ein wenig davon las, wurde es mir ganz anders. Mir gings wirklich schlecht. Ein ganz mulmiges Gefühl. Ich kannte diese ganzen Vorkommnisse nicht mehr… Sie waren mir fremd… Und trotzdem vertraut…

Wir haben die Einträge in einen Hefter getan. Und obwohl es mir so schlecht ging, drückte ich diesen Hefter die ganze Zeit an mich. Er war mir wichtig. Unheimlich. Und ist es immer noch. Ich werde die Einträge wohl noch mal lesen, bevor ich sie der Betreuerin gebe. Eigentlich druckten wir sie für sie aus, aber nun möchte ich sie doch erst noch selbst lesen. Um zu sehen, ob ich ihr wirklich schon alles anvertrauen möchte. Um mich selbst an die Zeit zu erinnern.

Des Weiteren bin ich über Debby wirklich wütend. Nicht nur, dass sie mich gestern furchtbar aufregte, sie will morgen auch wieder zurück ziehen. Also bei mir nach einer Woche wieder raus und denkt allen Ernstes, dass es bei ihrer Mutter diesmal funktioniert.
Mal ehrlich; wie lange hat sie nun schon Stress Zuhause? Seit 10 Jahren? Und wie oft zog sie aus und kam wieder zurück? 3 – 5 Mal? Und sie denkt allen ernstes, dass es nun wirklich funktioniert?! Wer’s glaubt.

Ich will sie ja gar nicht bei mir in der Wohnung behalten. Mich regen diese Dinge nur auf. Sie stürzt sich ins eigene Unglück, ich hab’ schließlich selbst miterlebt, wie die Mutter ab geht… Und das ist nicht gerade unheftig. Sie hat das selbe Schicksal wie ich hatte. Und sie schubst Hilfe weg. Ihr ging es gut bei mir; wir haben uns gut verstanden, haben viel miteinander unternommen, gelacht, und die Zeit war gar nicht mal so schlecht. Wir haben uns zusammen mit ihrer Mutter angelegt, dass sie ihre Klamotten zu mir tragen kann. Das ist gerade mal ZWEI Tage her. Und nun alles wieder rückgängig machen…?

Am meisten stört es mich jedoch, dass ich die gesamte Woche sie durchfütterte. Sie war pleite und ich musste alles bezahlen. Nicht nur Essen und Trinken, auch Dinge, die sie unbedingt haben wollte (zB eine CD und ein Verlängerungskabel, McDonalds wenn sie drauf Hunger hatte, Bubble Tea, etc) und nicht zu vergessen Zigaretten. Und Wasser und Strom natürlich. Ich habe unmengen von Geld für sie ausgegeben, unter dem Deal, dass wenn sie Geld hat, sie erst mal alles von ihrem Geld bezahlt. Dass sie mir ‚ne Schachten Kippen kauft und für ein paar Tage den Einkauf übernimmt.
Das Geld bekommt sie morgen. Morgen zieht sie aus. Wunderbar.

Ohne Einkäufe bekomme ich noch 40€ von ihr. Und 150 bekommt sie morgen. Ich kann ihr doch dann nicht fast die Hälfte noch abziehen, das wäre mir irgendwie peinlich. Ich habe zwar nicht viel Geld, aber mehr als sie habe ich schon.

Mich enttäuscht es einfach ein wenig… Ich wollte ihr ein Zuhause bieten, eines in dem sie sich wohl fühlt. Und sie hat unserer Betreuerin gesagt, dass sie mir so dankbar ist, dass sie seit Tagen nicht mehr weinte, keine Albträume hatte. Ich wollte, dass es ihr gut geht, will ich immer noch. Aber irgendwie komme ich mir ausgenutzt vor. Als wäre es von Anfang an nie ihr Plan gewesen, so lange zu bleiben, bis sie auf eigenen Beinen stehen kann. Dabei haben wir uns gegenseitig gesagt, wir helfen dem anderen.
Ich habe ihr geholfen. Und nun geht sie. Und stürzt sich wahrscheinlich wieder in ein Chaos mit Tränen, Angst und Wut.
Aber ich kann sie natürlich nicht zwingen…

Kommentare

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>.< oh nein warum macht sie

>.< oh nein warum macht sie das nur...
is doch doof, aber du hast recht du kannst sie nicht zwingen(leider).
*knuffz*
LG Lynx

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