[3. Eintrag] Papa heult, Oma heult, Oma versucht mich umzustimmen.

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Mama rief vorhin an und sprach erst mit Papa, dass ich zu 100% umziehe und Punkt. Dann sprach sie noch mit mir. Sie erzählte mir, dass wir mehr Zeit miteinander verbringen würden, einen neuen Psychologen hätte sie direkt schon gefunden und 2 Schulen stehen zur Auswahl. Sie würde morgens wieder mit mir aufstehen und mit mir einfach mehr machen.
Sie würde nicht mehr so streng sein (z.B. bei Noten), noch etwas meckern, aber dann ist auch alles wieder gut.
Und in mir breitete sich ein ganz fremdes Gefühl aus.
Ich war leicht glücklich, freute mich shcon fast. Aber gleichzeitig spürte ich dieses Trauer -Gefühl und ich wollte unbedingt in den Arm genommen werden. Aber von Mama.

Papa kam zu mir hoch. Ich dachte, er wollte mit mir reden. Doch das tat er nicht.
"Räumst du dein Zimmer jetzt auf?" Es war ein netter Ton, ohne Unterton.
"Ja..."
"Wirklich?"
"Ja..."
"So ordentlich, wie es noch nie war, ok?"
"Ok."
Wenn ich die Sachen packe, bleibt eh' noch das wenigste übrig, dachte ich. Ich hätte mir gewünscht, dass er was anderes sagt, als nur, dass ich das Zimmer aufräumen soll. Klar, jetzt zieh ich wieder weg, da muss das Zimmer aussehen wie unbewohnt. So dachte Mama auch immer, wenn ich ein Wochenende lang zu Papa fuhr.

Weil das Telefon noch bei mir lag, musste ich ran gehen.
Oma war am Apperat. Sie wusste noch nichts von meinem Vorhaben und wollte Papa sprechen. Ich sagte ihr nichts vom Umzug und gab sie an Papa weiter.
"Hat sie dir erzählt, was sie vorhat?
...
Nicht?
...
Sie zieht das Wochenende um."
Das hörte ich noch, bevor ich schnell wieder verschwand.

30 Minuten vergingen vielleicht.
Dann kam Papa hoch und sprach mit einer fast -Piepstimme.
"Oma will dich nochmal sprechen."
Ich nahm das Telefon, wartete mit meinen Antworten wie immer, bis Papa draußen war und die Tür zu war.
Oma fragte mich, ob ich das wirklich will, ob mich gar nichts mehr umstimmen könnte. Ich söllte doch mal mit Papa reden; so ganz in Ruhe.
Sie sagte, dass er doch alles für mich tut und am heulen wäre. Und dass es doch die Familie wieder kaputt machen würde. Und es bei Papa vielleicht doch besser ist, als bei Mama.
Ich erzählte Oma, dass Papa mir gestern an die Gurgel ging und mir drohte, mich umzubringen, und dass das bei Mama nie passieren würde.
Im Prinzip sagte sie immer nur das gleiche.
Ich soll darüber schlafen, ich soll mit Papa reden. Und sie fragte öfters, ob ich mir ganz sicher bin. Und dass sie heulen könnte.
Dann sollte ich den Hörer wieder an Papa geben.

Mit S2 redete ich darüber. Ich erzählte ihr das ganze Familienverhältnis, und das tat wieder gut. Sie ist so eine gute Psychologin, sie versteht alles und deutet alles richtig gut und glaubwürdig.
Dann kam Papa aber wieder rein.
"Da sitzt sie wieder!" sagte er. "Ist das hier aufgeräumt?!"
"Nein."
"Du sollst das aufräumen! Heute Abend ist das noch fertig!!!"
"Ja."
"Und zwar so... sagen wir mal besenrein." Ab diesen Satz klang er wieder freundlich.
"Ja."
"Und bevor dein Bruder schläft, ok?"
"Ok."
Er stand immer noch hinter mir.
Ich hatte wie immer das Tagebuch weggeklickt und meine icq -Chatfenster und wartete darauf, dass er geht.
Er ging aber nicht.
'Was soll das nun?', dachte ich mir.
Ich sah ihn die ganze Zeit nicht an.
Ich sah nach links, zu meinen Kalender und kaute an meiner Kette.
Irgendwann sah ich ihn an.
Ich dachte, er will vielleicht noch was sagen bevor er geht + das geht nur, wenn ich ihn ansehe.
Als ich ihn ansah, hatte er blutrote Augen. Vom weinen.
Ich schaute wieder weg. Zuerst auf den Monitor, dann wieder auf den Kalender.
"Er soll dich beschützen, wenn du hanz traurig und allein bist, und ich nicht bei dir sein kann..." steht auf dem Kalender. Und das lese ich pro Tag sehr oft. Immerhin hat ihn mir Mama geschenkt.
Dann fing Papa an zu reden. Sehr langsam, mit vielen Pausen.
"Das wirst du später kennenlernen..................... Liebe tut weh.................... Ich habe dich immer nur geliebt .......................... Ich...................... wollte.......................... Ich habe keine Worte." Dann ging er raus.

Und ich weiß gar nicht, was ich als Abschluss schreiben soll.
Er hat sich nicht richtig verhalten. Aber der Schluss...
...
Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll.
Das gleiche war mit Mama auch so.
Sie saß auch unten und weinte.
Und ich saß in meinem Zimmer und wusste nicht, was ich tun soll.
Dabei sagte Papa immer, dass er es gut findet, wenn ich umziehe. Und ganz am Anfang sagte er "Wenn es dir hier nciht gefällt, kannst du jederzeit wieder zurück gehen. Dann macht auch keiner Theater."
Wieso steht niemand zu seinem Wort?

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Wenn

dein Vater wirklich versucht hat, dich zu würgen bzw zu töten gehört er angezeigt. Dann kommst du automatisch zu deiner Mutter und nicht ins Heim. Da solltest du echt nicht bleiben. Ein Elternteil DARF keine Gewalt dem eigenen Kind zufügen.
Und wenn er sagt, du sollst bleiben dann sag ihm: du kannst nicht weil du Angst hast das er dir wieder körperlich weh tut.

Und deine Oma ist auch ne verantwortungslose Person. Alleine das ihre Enkelin ihr sagt, dass sie gewürgt wurde sollte bei ihr jegliche Alarmglocken anwerfen. Grauenhaft, deine Familie.

Was arbeitet denn dein Vater? Und was arbeitet deine Mutter?

Liebe Grüsse und viel Kraft wünscht dir Erika

Das ist echt übel. Aber das ist doch deine Entscheidung und wenn du zu deiner Mutter willst, dann soll er dich lassen und nicht noch i.was zu sagen um dich umzustimmen. Versprechen müssen gehalten werden. Ich hoffe es geht dir bei deiner Mutter wieder besser, denn das alles ist ja kein richtiges Leben mehr. Du hast mehr Schmerz als Freude gespürt. Ich hoffe das ändert sich zum Gegenteil, dass du mehr Freude als Schmerz spürst ;)
Liebe Grüße :)

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