Wie soll das gehen?

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In zwei Wochen werden in Pittsburg die G-20 Finanzminister die neuen Grundsätze für die Finanzarchitektur verabschieden, die helfen sollen ein Fiasko zu verhindern, das 2008, also fast genau vor einem Jahr zu einem Zusammenbruch des Weltfinanzsystems führte.
 
Das ganze Tiefe der Krise wurde uns ja erst so richtig deutlich als sich unsere Angela hinstellte und im Oktober 2008 die Einlage der Deutschen garantierte.
Die größte Garantie, die jemals von einem deutschen Regierungschef gegeben wurde.
Wir hielten alle die Luft an. Soetwas macht man nicht von ungefähr. Da wurde dem letzten klar, dass da etwas Wesentliches passiert war.
 
Nach dem Krisenmanagement waren stimmten alle Beteiligten überein, dass künftig
kein Finanzmarktakteur, kein Finanzplatz, ebenso wie kein Finanzprodukt unbeaufsichtig bleiben dürfe.
Jetzt ist ein Jahr her und die ersten Gesetze rollten aus der Regierungsmaschine.
Wie sieht es nun aus? Was hat sich schon geändert, was wird sich noch ändern?
Nun erstmal gibt’s ein Gesetz zur Einlagensicherung. Es gilt nicht nur das Wort der Kanzlerin, sondern seit Juni 2009 bekommen Bankkunden Einlagen bis zu 50000 Euro auf jeden Fall zurück und Anfang 2011 verdoppelt sich die Summe.
 
Besonders kritisch war ja der drohende Zusammenbruch der systemrelevanten Banken. Lehman Brothers machte es vor, unsere Hypo Real Estate strauchelte gewaltig.
Mit dem Finanzmarktstabilisierungsgesetz wurde gleich zu Beginn ein Auffangnetz geschaffen und es stehen 480 Mrd Eruo seit dem 18.10 2008 für Garantien, Rakapitalisierungsmaßnahmen und die Übernahme von Risiken bereit. Alles dem großen Ziel untergeordet n e u e s Vertrauen zu schaffen und den drohenden Kollaps zu verhindern.
Die Laufzeit wurde mittlerweile auf 5 Jahre verlängert. Eine gesetzliche Grundlage, auch eingepaßt ins europäische Recht, für eine Vollverstaatlichung der Strauchelbanken wurde geschaffen.
 
Weiter wurde die Finanzaufsicht gestärkt indem gesetztlich höhere Eigenmittel verlangt werden, wenn besondere Risiken vorhanden sind und es gibt zusätzliche Meldepflichten für Banken, damit die Bafin (die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsauficht) die Risiken besser einschätzen kann. Auch müssen Mitglieder in Aufsichts-oder Vewaltungsräten größere Sachkunde nachweisen als bisher. 
 
Hinzu soll ein komplett neues Netz europäischer Aufsichtsbehörden kommen. Ein Gesetzentwurf zur Neuordung der Aufsichtsstrukturen sit dazu in Vorbereitung.
Am 5. 8.09 ist ein neues Wertpapierhandelsgesetz in Kraft getreten, das die Banken verpflichtet über jedes Beratungsgespräch ein Protokoll anzulegen. Werden die Empfehlungen übers Telefon ausgesprochen, kann der Anleger noch eine Woche danach zurücktreten.
 
Auch die Managervergügung wurde nachgebessert, weil die am kurzfristigen Erfolg gekoppelten Boni die Bankmanager zu rsikanten Geschäften verleitet haben. Ein Gesetz zur Angemessenheit von Vorstandvergütungen ist Anfang August in Kraft getreten, es soll die Gehälter am nachhalten Erfolg der Unternehmen ausrichten. Aufsichtsräte müssen dies durchsetzen, wenn sie nicht selbst haften wollen. Aktienoptionen können frühestens nach 4 statt nach 2 Jahren eingelöst werden. Daneben müssen die Manager bei Fehlern für einen Teil des Schadens persönlich aufkommen. Auch die Vergütung kann nachträglich herabsgesetzt werden, wenn sich die Lage des Unternehmens plötzlich anders darstellt.
Auch verbietet die Neufassung der Mindesanforderungen and das Risikomanagement Boni für kurzfristige Geschäftserfolge. Die G20 Treffen möchten dies möglichst global durchsetzen.
 
Ok, alles ein bisschen klein klein, aber durchaus wichtig.
 
Wie schützt sich aber die Finanzarchitektur gegen die giftigen Papiere, die Auslöser der Krise waren? Nun, künftig dürfen die EU-Kreditinstitute nur Verbriefungen emittieren, wenn sie mindestens 5 Prozent dieser Papiere selbst behalten. <grrr> das soll alles sein???
Der nächste Schritt geht dahin die Risikobewertungen zu ändern und sie stärker in Richtung äußergewöhnliche Marktbewegungen zu lenken. Wie aber genau. Da lassen sie sich bisher nicht in die Karten gucken, die Damen und Herren.
Daneben sollen die Eigenkapitalanforderungen für strukturierte Finanzprodukte wie CDOs (Collaterialised Debt Obligations) erhöht werden und die Pflichten zur Offenlegung verschärft werden. Hört, hört. Aber die Börse dürfen sie weiter hochtreiben, diese Papierchen?!
Ach ja, irgendwann sollen dann noch Vorschriften für antizyklische Rückstellungen gemacht werden. Damit soll künftigen Krisen vorgebeut werden.
 
Ach so ist das!
Aber wir haben schon noch ein paar Gesetzchen auf Lager:
 
Ratingagenturen müssen sich künftig in einem zentralen Register melden. Sie sollen von den nationalen Behörden überwacht werden. National?? Wie bitte?
 
Aber man wird’s nicht glauben, auch die EU-Kommission war fleißig. Sie legte einen Reglungsrahmen für Hedge-Fonds und Privat-Equity-Manager vor. Aber wie könnte es anders sein: London protestiert. Sie haben wohl Angst um ihren FinanzSpielplatz.
.
Die Reform der Rechnungslegungsstandards wird vom International Accounting Standards Board (IASB) vorangetreiben. Wer ist das denn?
Ziel ist eine realistische Bewertung aller Finanzinstrumente in der Bilanz - möglichst international vergleichbar.
 
Da kann ich nur sagen. Schön wärs. Nur w i e soll das gehen?

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