Waehrung und bretton woods II

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bei dem währungssystem ist in der nachfolge zu bretton woods etwas in unordnung geraten. der weltfinanzgipfel an diesem wochenende (nov 2009) in washington wird schon als bretton woods II bezeichnet. aber das ist sicher zu hoch gegriffen. im vordergrund steht aktuelles, nämlich wie die finanzinstute künftig reguliert und überwacht werden sollten.

die globalen ungleichgewichte im welthandel und der dadurch verursachte aufbau großer währungsreserven (chinas riesige devisenbestände!!) dürfte noch nicht behandelt werden.

aber das ist ein w i c h t i g e s, leider noch nicht angegangenes problem

 

hier ein paar internas:

 


1944 hatten sich 44 nationen im konferenzort bretton woods auf eine neue weltwährungsordnung geeinigt. alle teilnehmer legten für ihre währungen einen festen wechselkurs zum dollar fest, der wiederum mit gold unterlegt war.

die regeln verpflichteten die teilnehmer, größere definite im außenhandel durch politische maßnahmen wie z. b. eine dämpfung der konjunktur und damit des imports wieder abzubauen.

das bretton-woods währungssystem mit seinen festen wechselkursen brach anfang der siebziger jahre zusammen, denn die usa hatte im zuge des vietnam-krieges soviele dollars in umlauf gebracht, das sie ihr versprechen nicht mehr aufrecht erhalten konten, dollars in gold umzutauschen.

seither herrscht ein spezielles system, eines das weniger zu verstehen ist, als das vorherige:

die großen industrieländer lassen ihre währungen nach angebot und nachfrage schwanken - das sind euro, dollar, yen, britisches pfund und schweizer franken.

andere länder b i n d e n ihre währungen an einen währungskorb - zu diesen währungen gehören, china, russland, die ölreichen golfstaaten und viele mehr.

am beispiel china und usa lässt sich das etwas vereinfacht dargestellt illustrieren.

china hat den yuan seit vielen jahren fest an den dollar gebunden - auf einem niveau, das den yuan unter- und den dollar überbewertet.

die folge: chinesische produkte sind im ausland vergleichsweise billig, so dass viele neue arbeitsplätze in china geschaffen werden. aber für den amerikanischen verbraucher hat das vorteile. sie profitieren von den billigen importen aus china. nur nebenbei gingen auch viele millionen amerikanischer arbeitsplätze verloren. weitere folge: um den dollar auf niedrigem niveau zu halten, kauft die chinesische notenbank in großem stil dollars.

dadurch schwillt der chinesische "feuerwehrweiher", die währungsreserven an.  sie stehen jetzt bei 380 mrd dollar. global nahmen die reserven 2008 auf 6.9 milliarden dollar zu. da die deutsche bundesbank keine devisen kauft (nicht fest an den dollar gebunden ist) haben sich ihre reserven nahezu nicht verändert. es betrifft n u r  die länder, die fest gebunden sind.

jetzt aber weiter in dem spiel: 

die chinesische zentralbank legt die dollars größtenteils in amerikanischen staatsanleihen hat. das hat dazu beigetragen, dass das niveu der langfristigen amerikanischen zinsen niedrig geblieben ist. diese niedrigen zinzen haben aber die hausse am immobilienmarkt mit verursacht, da die senkung des leitzins (eine fortwährende regulierungsmaßnahme von alan greenspan) verpuffte. die ameriker und die übrigen industrieländer fordern china deshalb seit längerem auf, den yuan stärker aufwerten zu lassen. china hatte bisher kein interesse daran.

 

dies alles führte zu einer riesigen amerikanischen verschuldung gegenüber den ausland. dadurch erstand eine abhängigkeit der amerikanischen poltik vom eben diesem ausland, denn die usa sind darauf angewiesen ausländisches geld anzulocken.

eine echte gradwanderung! denn es besteht zum anderen das risiko, dass die ausländer das vertrauen in den dollar verlieren und ihre engagements in den usa auflösen. das würde zu einer starken abwertung des dollar führen und die importwaren in usa enorm verteueren. die folge wäre ein anstieg der inflation. inflation führt aber d i r e k t  zu einer abwertung des dollars und daran ist den staaten mit den riesigen währungsreserven in dollar auch nicht gelegen! die weltwirtschaft befindet sich damit in einer zwickmühle,

das chinesische konjunkturprogramm in höhe von 500 milliarden dollar geht in die richtung die nachfrage direkt in china zu heben und so etwas ausgleich zu schaffen, eine lösung des problems ist es aber nicht.

denn das hauptproblem besteht darin, dass wir es mit einem hybriden system zu tun haben, das keiner versteht. einerseits gibt es das system der freien wechselkurse, die sich einpendeln sollen - andererseits die festen bindungen, für deren ausgleich es nicht (wie damals in bretton woods system auch feste regeln gibt)

alles nicht zu ende gedacht in meinen augen! 

hier noch die früher zusammengestellten grundlagen:

Man muss sich klar machen, dass Währung immer das Geld einer bestimmten Gemeinschaft ist und auch nur innerhalb dieser Gruppe Gültigkeit besitzt.

Manche Währungen gelten nur in einer kleinen Gruppe von Freunden (wie Quittungen beim Kartenspiel), manche nur für einen Zeitraum (wie Zigaretten als Währung am Ende des 2. Weltkriegs) und die meisten nur bei den Bürgern eines bestimmten Landes (wie die meisten normalen Währungen heutzutage).

 


Zwar sind nationale Währungen auf der ganzen Welt verbreitet, aber es gab immer Gold als transnationale Währung. Erst seit 1971, also in den letzten vier Dekaden wurde der Dollar zur globalen Währung.

 

Diese Konstellation hat erhebliche negative Auswirkungen für die Staaten an der Peripherie und Vorteile für die Industriestaaten im Zentrum.

Aber davon später mehr ..

Hier denke ich, geht gerade eine Ära zuende, die Dollargemeinde ist in der Krise und am Horizont zeigt sich schon was Neues

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