Ordnungsrahmen für Stabilität

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Was lief den schief, dass dieses Marktsystem, in das wir eingebettet sind, so außer Rand und Bank geraten konnte, wie in den letzten Wochen, Monaten, Jahren?

Ich glaube, das n i e m a n d , auch die Wirtschaftwissenschaftler nicht, unser Marktgeschehen, unser Finanzsystem als dynamisches, nicht lineares System sehen. Sie hätten es gerne einfacher, als es tatsächlich ist.
Beim Wettergeschehen weiß man es mittlerweile, dass man mit den Methoden der Komplexitätsforschung rangehen muss, dass man es mit nicht linearen, sogar zirkulären Funktionen zu tun hat.

Dieses Wirtschaftssystem kann in turbulente Bereiche geraten, genau wie unser Klima!

Eigentlich ist es hochinteressant, wie wir bisher diese ganzen Abhängigkeitsstrukturen schlichtweg übersehen haben. Ich staune, wie vor allem die Wirtschaftswissenschaftler glauben konnten in s o l c h einer einfachen Welt zu leben.

Dafür geht es jetzt hoch her in den entsprechenden Graduiertenkollegs und es werden auf einmal sehr interessante Fragestellungen gestellt.
Beispiel:
Welche Rückwirkungen lösen Veränderungen auf den internationalen Finanzmärkten auf die Regelungsstrukturen in den Volkswirtschaften der Welt aus? Wie verändert sich dadurch staatliches und überstaatliches Verhalten? Inwieweit können überhaupt noch Staaten im Alleingang oder in den Formen internationaler Zusammenarbeit öffentliche Rahmenbedingungen auf den internationalen Finanzmärkten fortentwickeln und durchsetzen? Welche Veränderungen haben diese Entwicklungen auf die Staaten selbst (Stichwort Globalisierung und Governance)?

Ist ja alles gut und schön. Aber ob die Entscheider warten können, bis diese Systematik w i r k l i c h durchleuchtet ist. Mir allein fehlt der Glaube. Die Wechselwirkungen zwischen den rasant wachsenden, praktisch globalen Finanzmärkten und den öffentlichen Ordnungssystemen sind zu vielschichtig.

Jenseits der Nutzen-Kosten-Analyse erschweren eine Reihe von wirkliche Herausforderungen, den Finanzmärkten Rahmenbedingungen aufzuerlegen:
1. Die erhebliche Innovationskraft der Märkte, die in kurzen Intervallen zu neuen, in ihren positiven und negativen Auswirkungen schwer zu beurteilenden Produkten führt.
2. Die sich ständig wandelnde Verflechtung innerhalb der Finanzmärkte auf Ebene der Finanzprodukte .
3. Die komplexe Verflechtung zwischen Finanzmärkten und der Realwirtschaft.
4. Das Auseinanderfallen zwischen der globalen Dimension der Finanzmärkte und der regional begrenzten Steuerungskraft öffentlicher Stellen, sei es in der Geldpolitik oder der Finanzmarktaufsicht.
5. Gleichzeitig verändern sich die Bedingungen, unter denen internationale Institutionen stabilisierend wirken können. So wird beispielsweise durch die seit einigen Jahren bestehende Liquiditätsschwemme auf den Finanzmärkten die Konditionalitätspolitik des IWF unterminiert und damit die Wirksamkeit bisheriger Instrumente geschwächt.

Hätten sie denne mal früher so gefragt!!!!

TitelAutorDatumBesucher
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