Bankwesen und absurde Rendite

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Das Bankenwesen hat sich in den letzten 20ig Jahren stärker verändert als in mehreren Jahrhunderten davor. 1970 definierte das Bankgesetz der Vereinigten Staaten eine Bank immer noch als eine Institution die die Transaktionskassen einer Gemeinschaft zusammenführt, um sie gegen Zinsen an ihre kommerziellen Unternehmen zu verteilen und unterschied streng zwischen Geschäftsbanken und Investmentbanken.

Heute gibt es nur noch wenige Banken, die solide arbeiten. Die meisten Banken haben inzwischen mit Spekulationsgeschäften zu tun. Im Jahr 1996 entfielen fast 85 Prozent der Einnahmen des Bankensektors auf andere Quellen als gesicherte Einlagen. England lebt zu 35 %(!!) nach dem Niedergang ihrer Industrie von seinem Bankensystem und damit von solchen Finanzaktionen. Aber zurück zu den Banken an sich. Es hat sich eben herauskristallisiet in den letzten 20ig Jahren, dass der Lebensnerv der größten Banken ist nicht mehr die Kreditvergabe an Unternehmen ist, sondern die Vergabe von Kreditkartendarlehn an Konsumenten und Devisengeschäfte.
Sie haben sich alle dem weiten Feld der Finanzdienstleistungen zugewendet - nicht nur die englischen Banken.

In diesem Umfeld konnten grandiose Renditen erzielt werden. 20 % permanenter Jahresgewinn war an der Tagesordnung. Wer nicht mithalten konnte (und das konnte keiner, der nicht nicht auf dieses Glatteis der Wertschöpfung aufgrund von "Luftbuchungen" begab und in dem Kasino mitspielte, der wurde geschluckt. Nicht umsonst war das vergangene Jahrzehnt das der großen Bankfusionen.

Ich meine, das muss man sich immer klar machen, dass die Beteiligten nicht immer freiwillig mitspielen. Wer´s nicht bringt wird gnadenlos aussortiert. Etwas besser hatten es natürlich die Verbände der Sparkassen und die Genossenschaftsbanken. Ihnen sitzt nicht ganz so knallhart der Shareholder-Value im Nacken, aber natürlich werden sie an den Branchenzahlen gemessen.
Das ist meines Erachtens auch der Grund, warum die Landesbanken sosehr in den Sumpf verstrickt sind. Auch sie hatten diese völlig verrückten Vorgaben.
Eine Rendite von 20 % kann niemand erbringen, der sich in der Realwirtschaft engagiert. Das ist völlig absurd. Damit hat das Bankenwesen auch seine eigentliche Aufgabe verfehlt, nämlich Liquidität für das Wirtschaftsumfeld bereitzustellen.

Ich betrachte es als einen Akt der Gesundung, dass es von den 5 großen Wall-Street Broker in der alten Form keinen einzigen mehr gibt.
Bear Stearns, Merrill Lynch, Lehman Brother, Morgan Stanley und Goldman Sachs haben sich alle vergallopiert und wenn sie nicht wie Lehman Brothers völlig den Bach herunter sind, dann sind sie unter das Dach von Universalbanken wie der Bank of Amerika gekrochen oder haben sich zusammengeschlossen und zu Universalbanken umgewandelt.

aber damit ist das Spiel aber nicht unbedingt besser geworden. Denn diese reinen Investmentbanken (wie die genannten Big-Five) wurden ursprünglich mal gegründet, damit man das gefährliche Investmentgeschäft vom kleinen Sparer und Gewerbetreibenden fernhalten kann, damit Verluste nicht sozialisiert werden, sondern diejenigen sie tragen müssen, die sie verursacht haben. Sie konnten nicht, wie die Geschäftsbanken auf Zentralbankgeld oder das Einsammeln von Spareinlagen zurückgreifen - das war ihnen verboten - aber dafür hatten sie auch bessere Möglichkeiten ihr Geschäft mit Fremdkapital zu hebeln (was sie auch reichlich ausnützten). Ihr Renditefaktor war damit in den Hochphasen 20 bis 30 %, während sich die Geschäftsbanken mit ca 11 % begnügen mussten.

Aber genau diese Rahmenbedingungen wurden ihnen jetzt in der Krise zum Verhängnis. Im Gegensatz zu den Geschäftsbanken konnten sie auf kein neues Geld (z. B. aus Spareinlagen) zurückgreifen. Als die Blase zusammenbrach verdursteten sie quasi in all dem Geld. Man muss sich das wirklich klarmachen. Es waren n i c h t die Investmentbanken, die Brokerbanken, die die größten Verluste einführen, das machten schon die Geschäftsbanken wie z. B. die Citygroup. Was ihnen das Genick brach war, dass sie keinen Nachschub hatten, dass sie von den Geldquellen ausgeschlossen war.

Jetzt geht also das Brokergeschäft ganz in die Hand der Geschäftsbanken über. Ist das besser??
Ich glaube nicht.
Denn warum hat man denn ursprünglich diese Investment- und Geschäftsbanken g e t r e n n t?? Doch weil man Risiko streuen wollte, weil man für den kleinen Sparer und den Mittelstand S t a b i l i t ä t garantieren wollte. Die Zahlungsunfähigkeit von einer Geschäftsbank mit Millionen von Sparern trifft dann nicht nur die Reichen, die eh im Geld schwimmen, sondern auch den normalen Sparer.
Damit sind wir diesen virtuellen Wertschöpfungen vollends ausgeliefert und alles versinkt in dem Geldschaum, der sich vollends von der Realwirtschaft entkoppelt hat.

Ich hoffe unseren Politikern fällt noch etwas ein, damit das n i c h t geschieht!!

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