Autopoiesis

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Autopoiesis ist die Reproduktionsweise von Systemen, wobei sich die elementare Einheiten durch ein Netzwerk dieser Elemente von der Umwelt abgrenzen (z.B. in Form von Leben, Bewußtsein oder Kommunikation).

Man unterscheidet drei Klassen von autopoietischen Systemen:

kognitive Systeme (neuronale Aktivitäten),

psychische Systeme (Gedanken) und

soziale Systeme (Kommunikation).

Die autopoietische Organisation beschreibt die Selbsterzeugung von Lebewesen.Zwar unterscheiden sich verschiedene Lebewesen in ihren Strukturen, diese sind jedoch in ihrer Organisation gleich. Lebewesen ändern ständig ihre Strukturen, wobei sie jedoch ihre Autopoiese beibehalten. Jedes operational geschlossene System hat ein Eigenverhalten, das durch spezifische Eigenwerte charakterisiert ist.

Deshalb erkennen wir jemanden selbst nach 30 Jahren noch auf der Strasse wieder..

und noch zur Abgrenzung:


Der Unterschied zwischen einer technischen Anlage und einem sozialen System kann den

Autopoiesis-Begriff verdeutlichen: Die Elemente einer technischen Anlage werden nicht von

dieser selbst hergestellt und relationiert. Eine Maschine baut und erhält sich nicht selbst mit

Hilfe ihrer Teile, sondern wird 'allopoietisch' produziert und gewartet. Soziale Systeme

dagegen operieren autopoietisch durch die Reproduktion ihres Basiselements

Kommunikation.

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"Autopoiesis" bringt nichts

"Autopoiesis" bringt nichts als esoterischer Begriff.
Gemeint ist nicht Vermehrung sonder LEBEN. Zu leben - jetzt und hier gerade beim Lesen. Es ist ein Begriff von Humberto Maturana, einem Neuro-Biologen (zig Hinweise im Web), und beschreibt das was ein lebendes System ausmacht. System deshalb, weil so viele Details (mit den Aber und Aber-Milliarden Zellen z.B. die alle dabei mitzählen) im Spiel sind, dass man es als "das funktionierende System, das jeweils mich jetzt hier gerade ausmacht" beschreibt. Bis allein alle Neuronen mit ihren zig Verbindungen einigermaßen planbar nachvollzogen werden können werden noch 1-200 Jahre vergehen, die aktuellen Instrumente sind dazu noch nicht in der Lage. Entweder die gucken auf elektrisch aktive Felder von Millionen von Zellen zugleich oder sie messen einzelne der größeren Neuronen nach verschiedenen von außen unterscheidbaren Vogängen ab. Die kleinen sind so winzig, dass 150.000 auf einen mm² kommen. (Das hindert allerding einige publikumsinteressierte Wissenschaftler nicht am wilden Spekulieren, und das wandert dann recht hemmungslos in die Fach- und Alltags-Medien: "Spiegelneuronen" "Freier/unfreier Wille" etc.).
Das besondere an der Autopoieses ist, dass man dabei nicht mehr von einem Phänomen ausgeht "Das Tier"/"Die Pflanze"/"Der Mensch"... aus Erklärungen von Verhalten und Handeln zusammengesetzt, bzw. aufeinander addiert (Mensch, macht: ... ... ...((diese Liste würde eben nie aufhören))" sondern von einem anhaltenden Gleichgewichtsprozess ausgeht: Austausch der Struktur (also der Teile) des Systems zur Aufrechterhaltung seiner Organisation (die es eben zum System/zu diesem Blubb= Lebewesen macht - das sind z.B. die vielen funktionierenden Zellen und Zellverbände bis hin zu den Organen). Das Dauerhafte und das was wir Menschen als erstes da mitbekpommen ist dieses Gleichgewicht hier + jetzt, das im allg. Sprachgebrauch mit GESUNDHEIT bezeichnet wird. Redet man ordentlich drüber, liest Berichte, Krankheitsverläufe, Symptome fängt dieses Gleichgewicht an zu schwanken, zu "wobbeln", = dieser Gleichgewichtszustand hier und jetzt wird gestört, und das autopoietische/lebende System gleicht das wieder aus "Schlaf mal drüber!...". Das Gleichgewicht ist daher das Anhaltende, Essen, Trinken Schlafen ... sind Störungen die das System ausgleicht (deswegen funktionieren z..B. auch Placebos: da geht es gar nicht um die Wahrheit des richtigen Mittels (das ist Ärzte-Psychologie s.u.), sondern um das Ausgleichen einer weiteren Störung des schon erfolgreich laufenden Ausgleichsprozesses. Unser Sprechen (verallgemeinert sagen wir "unsere Sprache") parallelisiert das teilweise, ist aber davon recht unabhängig. Daher ist Sprechen/Denken/Handeln funktional erst einmal eine Störung des eigenen Ausgleichs, die dann zusätzlich dazu vom System wieder ausgeglichen werden! Manchmal erst im Schlaf wenn man nicht mehr dazwischenquatscht. Kennt jeder. Deshalb ist jeder der kommuniziert, dass er besonders glücklich ist, tatsächlich und funktional eher gestört und kann am Höhepunkt (in der Kommunikation mit anderen)tatsächlich irgendwie umkippen zu gegenteiligen Phänomenen - hier reagiert das Selbstausgleichssystem völlig gegen das was sein sprechendes Teil ausdrückt/kommuniziert. Bei stark trauernden/depressiven Leuten passiert Ähnliches, mitunter direkt spiegelbildlich. Sprechen, Denken, Handeln ist ein einigermaßen regelmäßiges Agieren das ein autopoietisches System in seiner Organisation mit unterbringen kann. Und da wo das passiert wird dieses System im Umgang mit ihm-gleichen-Anderen normalerweise irgendwann sich als "Mensch" beschreiben - andere halt als Pantoffeltierchen oder was auch immer. Funktional ist das das Gleiche. Es sind nur andere Phänomene die wir in der Kommunikation mit anderen zuordnen = andere Blütenblätter = andere Farben. In den sog. Indischen Wisschenschaften sagen sie MAYA dazu. Eigentlich nichts besonders Schwieriges. Man muß sich ein wenig an diesen Blick von außen auf den Wald gewöhnen. In der Kommunikation miteinander sind wir ja immer mittendrin und zählen die Bäume.

Es gibt zu den übgrigen Begriffen oben noch eine Reihenfolge die daraus folgt: Nur autopoietische, also selbstausgleichende lebende Systeme können auch kognitiv sein. Trotz aller Versuche von Psychologen solches einzurichten gibt es noch immer keine psychischen Systeme. Kognitiv aktive Lebewesen jedoch interagieren miteinander in Rhytmen und Wiederholungen (Buchstaben Worte Sätze Geschichten...) wie gerade das hier. Damit sind sie für jeden der das verfolgt teilw. vorhersagbar (das geht bis zum "Ich kenn' Dich...!"). Wenn man versucht daraus Naturregeln/Menschen-Verhaltens-Regeln etc. festzunageln kommen solche Psychologien heraus wie wir sie heute eben haben.
Praktisch für die Psychologen und Therapeuten, aber übel für jeden der darauf festgenagelt wird. Es gibt Leute die handeln so durchsichtig und regelmäßig, dass man bei ihnen für eine Zeit lang Verhaltenssysteme annehmen kann. Macht bei so manchem das gemeinsame Leben erträglicher. Man sollte sie jedoch nicht attackieren wenn sie sich dann mal irgendwann nicht mehr "systematisch" verhalten. Alle psychologischen Theorien sind Muster und Annahmen von einem zum anderen, jeweils grundsätzlich ÜBER den anderen, verallgemeinert auf alle anderen Leute und damit dann - wieder zurück - auch auf mich selbst bezogen. Denken kann man sich das ja - aber deshalb muß es noch lange nicht auch so funktionieren, und die klinischen und ernsthafteren Therapeuten sind eben mit gerade den Fällen beschäftig in denen das deutlich und für alle anderen unter Leiden erkennbar nicht so funktioniert hat.

Soziale Systeme sind entgegen vieler Behauptungen nicht autopoietisch. Denn es sind schon funktionierende lebende Systeme die diese festgeschreiben und ihnen eine übergeordnete Bedeutung gegeben haben an die wir alle uns halten sollen/können/müssen (z.B. Kindheit... Schule... Gesetze....).
"Allopoietisch" war ein Testbegriff von Maturana und seinem Team um zu schauen ob es beim selbstausgleichen System bleiben kann wenn man mehrere hat die sich zu solchen übergeordneten Regeln und Verhalten verabreden. In der Soziologie und deren Fachbereichen stört dieser Begriff nur und ist stets irgendwie doppelt gemoppelt. Kann man in einigen Veröffentlicheungen nachlesen - und gleich wieder vergessen.
Wr mag kann sich die Hintergründe und Ursprünge im Taschenbuch: "Baum der Erkenntnis" und "Was ist Erkennen" von H. Maturana ansehen. Wer die wissenschaftliche Grundlage checken will versuche an ein Exemplar zu kommen seines x-mal aufgelegten Buchs aus dem Vieweg Verlag: "Erkennen, die Organisation und Verkörperung von Wirklichkeit" aus 1982 .

Thomas Schneider

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