2. Welle

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So stand es noch Anfang 2009 im Handelsblatt
03.01.2009
Euro: "Schutzschild in der Finanzkrise"
Der Euro hat sich in der Finanzkrise bewährt. Das jedenfalls glaubt der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Jürgen Stark. Der Euro habe sich als Schutzschild gegen die Turbulenzen auf den internationalen Devisen- und Finanzmärkten erwiesen.
 
Und jetzt? Eineinhalb Jahre  später gilt das alles nicht mehr? Ich habe vor einiger Zeit hier einiges Grundsätzliche zum Finanzsystem zusammengestellt.
So in etwa
Nun grundsätzlich sollten Notenbanken unabhängig sein. Die Währungshüter sollten neben der Politik stehen. Sie sollten den kurzfristigen Gelüsten nach viel billigem Geld, das gewählte Volksvertreter zuweilen umtreibt, ein Stück weit entrückt sein. So dachten das die Konstrukteure des Systems.
 
Durch diese Finanzkrise bringt alles ins Rollen. Von Kernschmelze war mal die Rede. Alle Basisvektoren geraten durcheinander.  Jetzt also die Notenbanken. Wo bleibt ihre Unabhängigkeit?
Jetzt sind sie also in die Politik involviert!
 
Wir erinnern uns:
Erstmals waren es die Banken, die die erste Welle der Finanzkrise verursachten und die Notenbanken waren an der Rettung und Verstaatlichung der Banken beteiligt. Nun bei der zweiten Welle steigen sie auch ins Geschäft der Staatsfinanzierung ein. Das ist nicht nur bedenklich, sondern auch hochgradig gefährlich.
Im Zuge der Krise brechen nacheina nder  bislang sicher geglaubte Dämme. Die US-Fed und die Bank of England haben schon seit anderthalb Jahren direkt Staatsanleihen aufgekauft, und zwar mit frisch gedrucktem Geld. Eine Politik, die in normalen Zeiten inflationär wirkt. Deshalb ist der Europäischen Zentralbank diese Strategie durch den Vertrag von Maastricht verboten. Eigentlich!
Möglich, dass auch der EZB bald als ultima ratio nichts anderes übrig bleibt, als Staatsanleihen aufzukaufen. Der Grund ist simpel: Denn möglicherweise lässt sich der Bankrott eines oder mehrerer Mitgliedstaaten anders gar nicht mehr verhindern - weil Hilfszahlungen an größere Volkswirtschaften wie Spanien oder gar Italien selbst die relativ finanzstarken Staaten wie Deutschland und Frankreich überfordern würden. Spekulationen darüber sind längst im Markt. Doch "deficit spending by printing money" - also Geldausgeben über die Notenpresse - ist hochproblematisch. 
Als ob wir das nicht alles schon kennen würden. Können wir in unseren Geschichtsbüchern nachlesen.
 
Es ärgert mich, dass n i c h t s geschieht außerhalb vom Krisenmanagement.
Es ärgert mich, dass a l l e  mit angesehen haben wie die Banken fusionierten. Wie sie größer und größer wurden. Keiner sah h i n t e r  die Problematik. Die Politik hielt still.  "Too big to fall", nennen sie es heute. Dabei konnte man damals schon die Problematik erkennen, genauso wie heute schon erkannbar ist, wohin dieses Verhalten führt. 
Echter Mist was da abgeht!

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